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Interview mit Stephan von Ahnen

Was hat dich ursprünglich dazu inspiriert, mit dem Schreiben zu beginnen?


Ich habe schon immer gerne Geschichten gehört und gelesen. Irgendwann ist dann der Wunsch in mir gereift, selber Geschichten zu erfinden und anderen zu erzählen. Das hat bereits in der Grundschule begonnen und irgendwie habe ich das über die nächsten Jahre erst im ganz Kleinen, dann später mit den ersten Kurzgeschichten bei Wettbewerben und schließlich mit der Veröffentlichung meines ersten Buches „Die Neue Hoffnung“ verwirklicht.

Wie entsteht bei dir eine neue Geschichte – beginnt sie eher mit einer Idee, einer Figur oder einer bestimmten Szene?


Das ist ganz unterschiedlich. Einige meiner ersten Kurzgeschichten waren von spontanen Situationen des Alltags inspiriert. Mein erstes Buch „Die Neue Hoffnung“ kam mir, als ich eine Reportage über Nanoroboter gesehen hatte und sie hat sich dann einfach so weiterentwickelt. Mein aktuelles Projekt „Die Neredean“ war eine Idee aus der Überlegung heraus: Was wäre, wenn bereits früher Menschen Zugang zu Technologie gehabt hätten? Für manch andere, noch nicht niedergeschriebene Ideen, habe ich mich auch von anderen Autoren, Filmen oder auch Computerspielen inspirieren lassen.

Welche Rolle spielen persönliche Erfahrungen in deinen Büchern?


Eine sehr große Rolle. Ich versuche, eigene Erfahrungen, Sichtweisen und Erkenntnisse in meine Geschichten einfließen zu lassen. Manchmal ganz direkt, manchmal eher subtil.

Wie gehst du mit Schreibblockaden oder kreativen Tiefphasen um?


Bisher – zum Glück – bin ich noch nicht von Schreibblockaden oder kreativen Tiefphasen heimgesucht worden. Ich habe so viele Ideen und mir fehlt eher die Zeit, alles niederzuschreiben. Aber hey, ich bin ja noch nicht so alt 😉

Gibt es eine Figur aus deinem Werk, mit der du dich besonders verbunden fühlst – und warum?


Mit der Figur Thorus aus meinem aktuellen Werk „Die Neredean“. Er handelt aus tiefer Überzeugung, das richtige zu tun, lässt sich nicht von seinen Prinzipien abbringen. Und erst, als er erkennt, in einer großen Lügenwelt eingebettet zu sein, versucht er alles richtig zu machen. Da kann ich sehr mitfühlen. Wir, und ich im speziellen, leben auch oftmals so dahin, ohne unsere Umgebung, unser umgebendes System oder auch nur die gegebenen Aspekte zu hinterfragen. Würden wir das wirklich tun, müssten wir, genau wie Thorus, feststellen, dass vieles gar nicht so ist, wie es eigentlich scheint. Dann liegt es an uns – an mir – sich für die richtige Sache zu entscheiden.

Wie sieht dein typischer Schreiballtag aus? Hast du feste Routinen?


Ich habe keine festen Routinen. An manchen Tagen powere ich mehrere Stunden durch, dann liegt alles wieder für zwei Wochen. Da das Schreiben für mich lediglich ein Hobby ist und ich keinen Druck habe, liefern zu müssen, kann ich da ganz entspannt an die Sache herangehen. Die einzige Sache, die mir beim Schreiben wichtig ist: Mindestens eine Stunde Ruhe. Erst dann kann ich mich richtig in meine Welt hineinfühlen.

Welche Autoren oder Werke haben deinen Schreibstil am meisten geprägt?


Persönlich hat mich die Art von Daniel Suarez sehr inspiriert. Gerade seine ersten beiden Werke „Deamon“ und „Darknet“. Für mich haben sich die Bücher wie Actionfilme gelesen: Spannend, zügig erzählt, ohne Floskeln und immersiv. Das habe ich versucht, auch in meinem ersten Buch „Die Neue Hoffnung“ umzusetzen. In meinem aktuellen Werk „Die Neredean“ wollte ich dann aber einen anderen Weg gehen. Da finde ich Geschichten wie „Dune“ von Frank Herbert super – genau diese Art von Space Opera, die mich anzieht.

Was war die größte Herausforderung bei deinem bisherigen Projekt?


Die mangelnde Zeit zum Schreiben. Ich hätte gerne mehr daran geschrieben und wäre zügiger vorangekommen. Doch leider, wie es so oft ist, hat das Privatleben zugeschlagen und mir stellenweise wenig Freizeit zum Schreiben gelassen.

Welche Botschaft oder welches Gefühl möchtest du deinen Lesern mitgeben?


Ich schreibe Bücher in erster Linie, um Lesern eine spannende Unterhaltung zu bieten. Doch finden sich in meinen Werken auch immer tiefgründige Themen, teils offen, teils verborgen. Ich würde mich freuen, wenn bei einem zweiten Gedanken sich mit diesen Themen auseinandergesetzt wird. Immerhin treffen Bücher, egal wann sie geschrieben wurden, immer auch den Zeitgeist. Das ist bei meinen Werken nicht anders.

Woran arbeitest du aktuell – und worauf dürfen sich deine Leser in Zukunft freuen?


Aktuell habe ich den ersten Band von „Die Neredean“ beendet und das Manuskript an den Verlag für das Lektorat übermittelt. Die Konzeptarbeit für Band 2 ist abgeschlossen und ich habe mit der Fortsetzung der Geschichte begonnen. Daher hoffe ich, dass mit der Veröffentlichung von Band 1 in nicht all zu ferner Zukunft auch Band 2 erscheinen wird.

Published inBuchgespräche

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