Zusammenfassung:
- Almut Irmscher begab sich aus ihrer Reiselust zum Schreiben, inspiriert von ihren Abenteuern und persönlichen Erlebnissen.
- Sie verbindet Informationen mit Geschichten und landestypischen Rezepten, um Leser zu unterhalten und zu informieren.
- Schreibblockaden hat sie selten, wenn sie keine Motivation hat, wechselt sie den Schreibtag.
- Nach 34 Büchern plant sie eine kreative Pause und denkt über zukünftige Themen nach, möglicherweise Rumänien.
- Ihrem Ziel ist es, eine lebendige Vorstellung von Reisezielen zu vermitteln und Leser zur eigenen Reise zu inspirieren.
Die Kurzfassung kennst du jetzt – nun geht es ins Detail. Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen!
Was hat dich ursprünglich dazu inspiriert, mit dem Schreiben zu beginnen?
Ich habe schon immer sehr gerne geschrieben, das hat in der Kindheit begonnen, als ich mit meiner Freundin gemeinsam einen Abenteuerroman geschrieben habe (der zum Glück nicht mehr existiert). Später hatten wir einen gemeinsamen Blog, und ich habe viele Jahre lang Artikel für mein eigenes Reiseunternehmen geschrieben.
Ausschlaggebend dafür, dass ich mit dem Schreiben von Reisebüchern begonnen habe, war aber noch etwas anderes. Ich bin schon immer sehr gerne gereist. Die Wurzeln dieser Leidenschaft liegen in meiner Kindheit, als ich mit meinen Eltern viel unterwegs gewesen bin. Mein Vater – sehr bildungsbeflissen – hielt dabei stets den aufgeschlagenen Baedeker in der Hand (damals noch ein dicker, eng bedruckter Wälzer) und referierte daraus. Das waren endlos lange Abhandlungen über Zahlen, Daten, Namen, gefühlt wurde jeder Stein erklärt. Mich langweilte das maßlos, und ich klappte recht schnell die Ohren hinunter.
Auch später konnte ich mit Reiseführern nie wirklich etwas anfangen. Die vielen Fakten, Öffnungszeiten, Restauranttipps etc. und dazu die doch meist recht oberflächlichen Beschreibungen strengten mich eher an, halfen mir aber nicht dabei, ein wirkliches Bild von meinem Reiseziel zu bekommen, geschweige denn, herauszufinden, was ich dort eigentlich erleben will, wie ich entsprechend meiner Interessen die Spreu vom Weizen trennen kann. Da dachte ich mir, das muss doch auch anders gehen.
So habe ich damit begonnen, selbst Reisebücher zu schreiben. Die enthalten zwar auch viele Informationen, aber ich verpacke diese in eine erzählende Form. Denn ich möchte meine Leser nicht nur gut informieren, sondern dabei auch gut unterhalten. Insgesamt will ich ein umfassendes Bild vom jeweiligen Reiseziel zeichnen. Ich stelle dabei Land und Leute vor, Kultur und Geschichte, die Natur, die Landschaften und die Tierwelt, Besonderheiten, Sehenswürdigkeiten, Persönlichkeiten und dergleichen. Weil mich die landestypische Küche auch sehr interessiert – ich denke, darüber lässt sich viel über die Lebensart der Menschen lernen – gibt es nach jedem Kapitel meiner Bücher ein passendes Rezept. Und zahlreiche Reisefotos auf meiner Website www.almutirmscher.de runden das Ganze ab.
Wie entsteht bei dir eine neue Geschichte – beginnt sie eher mit einer Idee, einer Figur oder einer bestimmten Szene?
Ein neues Buch entsteht durch eine ausgiebige Reise in das jeweilige Land, die Region oder Stadt, über die ich schreibe. In der Regel bin ich dort auch schon mehrfach gewesen. Ich schreibe nur über das, was ich gut kenne, denn mir ist es wichtig, ein Gefühl dafür zu entwickeln. Dieses Gefühl will ich dann an meine Leser weitergeben.
Welche Rolle spielen persönliche Erfahrungen in deinen Büchern?
Eine große, weil ich immer auch persönliche Erlebnisse einflechte beziehungsweise meine eigenen Eindrücke schildere. Das ist ein wesentliches Element meiner Bücher.
Wie gehst du mit Schreibblockaden oder kreativen Tiefphasen um?
Eine wirkliche Blockade hatte ich noch nie. Aber mitunter habe ich einfach keine Lust, zu schreiben. Besonders das Recherchieren ist sehr aufwendig und beansprucht entsprechende Zeit. Wenn ich da mal keine Lust zu habe, dann lass ich es einfach und arbeite an einem anderen Tag weiter. Gute Geschichten entstehen nur aus dem Flow heraus, und der kommt aus der Motivation. Erzwingen lässt sich das nicht.
Gibt es eine Figur aus deinem Werk, mit der du dich besonders verbunden fühlst – und warum?
Tja, das bin ich wohl in erster Linie selbst, weil ich ja meine eigenen Reiseerlebnisse einflechte. Aber auch meine Familie und Freunde kommen mitunter vor, und sehr oft Menschen, die mir unterwegs begegnet sind, oder Persönlichkeiten, über die ich schreibe. Fiktive Personen spielen da keine Rolle.
Wie sieht dein typischer Schreiballtag aus? Hast du feste Routinen?
Wichtig ist, dass ich ein großes freies Zeitfenster habe, ich brauche mindestens vier Stunden, um mich wirklich in ein Thema hineindenken zu können. Früher habe ich immer früh morgens mit dem Schreiben begonnen. Seit ich meinen Hund habe und mit ihm vormittags unterwegs bin, schreibe ich eher am Nachmittag. Allerdings nur, wenn nichts anderes mehr anliegt, was viel Zeit beanspruchen würde.
Welche Autoren oder Werke haben deinen Schreibstil am meisten geprägt?
Das kann ich gar nicht sagen. Ich lese Bücher, seit ich lesen kann, und habe dazu auch noch eine Buchsammelleidenschaft. Mittlerweile haben sich mindestens 10.000 Bücher bei mir angesammelt. Ich denke, alle haben auf die ein oder andere Weise ihren Beitrag zu meinem eigenen Stil geleistet.
Was war die größte Herausforderung bei deinem bisherigen Projekt?
Ich habe als Selfpublisherin angefangen. Mit Satz, Design und den Tücken der nötigen Programme klarzukommen, nebenbei noch für die gesamte Werbung zuständig zu sein, war schon wirklich herausfordernd. Aber als ich mich einmal damit auskannte, wurde es besser.
Welche Botschaft oder welches Gefühl möchtest du deinen Lesern mitgeben?
Ich möchte ihnen nicht nur ein Gefühl für das jeweilige Land, die Region oder die Stadt geben, sodass lebhafte Bilder vor ihrem geistigen Auge entstehen. Sondern auch echte Lust, da unbedingt mal hinzureisen und es selbst zu erleben. Oder aber ihre eigenen Erinnerungen lebendig werden zu lassen, wenn sie das Ziel schon kennen. Ich möchte sie an meiner eigenen Begeisterung teilhaben lassen.
Woran arbeitest du aktuell – und worauf dürfen sich deine Leser in Zukunft freuen?
Im Moment habe ich eine Pause eingelegt. Nach 34 Büchern ist das einfach mal nötig. Auch habe ich noch nicht entschieden, was mein nächstes Thema sein wird. Das könnte die Normandie sein, die Schweiz oder Apulien, wahrscheinlich wird es aber Rumänien. Da reise ich jetzt im August nochmal hin. Das Land hat mich wirklich überwältigt, als ich im letzten Jahr erstmals dort gewesen bin. Deshalb reizt mich das Thema sehr.
Vielen Dank für das Interview!
Liebe Almut,
vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses ausführliche und persönliche Interview genommen hast. Es war besonders spannend zu erfahren, wie aus deiner eigenen Reiselust und dem Wunsch nach einer anderen Art von Reiseführer schließlich deine ganz besondere Form des Reisebuchs entstanden ist. Deine Verbindung aus persönlichen Erlebnissen, fundierten Informationen, Geschichten, landestypischer Küche und eigenen Eindrücken zeigt, mit wie viel Leidenschaft du deine Leser mit auf Reisen nimmst.
Besonders beeindruckend finde ich, dass inzwischen 34 Bücher entstanden sind – und dass hinter jedem davon eigene Reisen, intensive Recherchen und persönliche Erfahrungen stehen. Nach so vielen Büchern ist eine kreative Pause sicherlich mehr als verdient.
Ich wünsche dir weiterhin viele wunderbare Reisen, besondere Begegnungen und neue Eindrücke. Und wer weiß – vielleicht wird ja Rumänien tatsächlich das nächste Reiseziel, das seinen Weg in eines deiner Bücher findet. Ich bin gespannt, wohin dich deine Reise- und Schreiblust noch führen wird.
Vielen Dank für das offene Gespräch, die interessanten Einblicke und dafür, dass du uns ein Stück weit mit auf deine Reisen genommen hast. Alles Gute für deinen weiteren Weg als Autorin und natürlich viele unvergessliche Reiseerlebnisse!
Zu den Reiseführern von Almut Irmscher auf Amazon*
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