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Interview mit Stefan Emmerichs

Zusammenfassung:

  • Der Autor, Stefan Emmerichs, wurde ursprünglich durch Computerspiele wie Thief II und Dishonored inspiriert, Geschichten zu schreiben.
  • Er beginnt meistens mit einer Kulisse und erstellt Pinterest-Boards zur visuellen Inspiration für seine Storys.
  • Seine Figuren basieren oft auf persönlichen Erfahrungen, und Detective William Green hat eine tiefgehende Entwicklung, die seine eigenen Schwierigkeiten widerspiegelt.
  • Zur Überwindung von kreativen Tiefphasen spielt er Gitarre und singt, um den Kopf freizubekommen.
  • Aktuell arbeitet er an den Wayside-Krimis, mit einem neuen Teil, Rachemelodie, der diesen Herbst erscheint.

Die Kurzfassung kennst du jetzt – nun geht es ins Detail. Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen!

Was hat dich ursprünglich dazu inspiriert, mit dem Schreiben zu beginnen? 

Seit meiner Kindheit denke ich mir gerne Geschichten aus. Damals habe ich Stop-Motion-Filme mit Lego gedreht und eigene Comics gezeichnet. Wirklich zum Schreiben inspiriert haben mich dann die Computerspiele Thief II: The Metal Age und Dishonored. Die Welten dieser Spiele haben mich einfach unglaublich fasziniert. Solche Welten wollte ich auch erschaffen.

Dabei war es früher eigentlich nie mein Ziel, Bücher zu schreiben. Ich habe mich schon immer für Filme begeistert und sogar in diese Richtung studiert. Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass viele meiner Ideen schlicht zu groß sind, um sie als Film umzusetzen. Also habe ich angefangen, sie stattdessen als Bücher zu erzählen. Mittlerweile begeistert mich das Schreiben sogar mehr als das Filmemachen. Trotzdem spielen Filme nach wie vor eine große Rolle in meinem Schreibprozess und beeinflussen stark, wie ich Geschichten erzähle.

Wie entsteht bei dir eine neue Geschichte – beginnt sie eher mit einer Idee, einer Figur oder einer bestimmten Szene? 

Meistens eher mit einer Kulisse. Ich habe dutzende Pinterest-Boards mit Bildern zu verschiedenen Kulissen für Geschichten. Da ist alles dabei. Von Steampunk über Fantasy bis hin zu Science-Fiction. Meistens ergibt sich beim Betrachten der Bilder in meinem Kopf auch schon eine grobe Geschichte.

Welche Rolle spielen persönliche Erfahrungen in deinen Büchern?

Alle meine Charaktere teilen Einstellungen, Wünsche und Träume, die ich selbst teile oder in meinem Umfeld beobachte. In manchen Fällen – besonders, wenn ich Antagonisten schreibe – sind diese allerdings rein fiktiv.

Wie gehst du mit Schreibblockaden oder kreativen Tiefphasen um?

Wirklich klassische Schreibblockaden habe ich eigentlich nicht, eher Phasen, in denen ich mir noch nicht sicher bin, wie die Geschichte weitergehen soll. Meistens wechsle ich dann vom Schreiben einfach zum Musizieren. Ich spiele seit mehreren Jahren Gitarre und singe, und das ist für mich ein guter Ausgleich.

Gibt es eine Figur aus deinem Werk, mit der du dich besonders verbunden fühlst – und warum? 

Ganz klar Detective William Green aus meinen Wayside-Krimis. Der Gute startet als recht stereotypischer Hardboiled-Detektiv in die Reihe, doch er durchlebt eine Charakterentwicklung, die mir sehr viel bedeutet. Letztes Jahr bin ich in einen Burnout gerutscht, der mich ziemlich aus meinem Alltag geworfen hat. William durchlebt zwar keinen Burnout, aber ein Erlebnis zwingt ihn dazu, sich selbst und sein Handeln zu hinterfragen. All das musste auch ich durch meinen Burnout tun. Ich denke, dass meine eigenen Erfahrungen seinem Charakter und der gesamten Reihe mehr Tiefgang geben.

Wie sieht dein typischer Schreiballtag aus? 

Normalerweise schreibe ich morgens direkt nach dem Aufstehen, bevor ich zur Arbeit fahre. Mir ist es wichtig, einen ersten kleinen „Sieg“ in den Tag einzubauen, und das tägliche Schreibziel gleich morgens zu erfüllen, ist ein super Weg dafür. Ansonsten eigentlich bei jeder Gelegenheit. Ich habe meinen Laptop immer im Rucksack dabei, wenn ich beispielsweise mit dem Zug reise.

Hast du feste Routinen? 

Abgesehen von meiner Schreibroutine, an die ich mich aber auch nicht immer halte, eigentlich nur eine einfache Morgen- und Abendroutine. Ich setze es mir aber zum Ziel, mindestens einmal pro Woche einen ausgiebigen Waldspaziergang zu machen. Das hilft mir immer, den Kopf freizubekommen.

Welche Autoren oder Werke haben deinen Schreibstil am meisten geprägt? 

Allen voran Philipp Reeve mit den Mortal Engines-Büchern. Sie haben mich mehr als alles andere dazu inspiriert, das Schreiben ernst zu nehmen.

Daneben noch Volker Kutscher mit seinen Gereon-Rath-Krimis und Raymond Chandler mit den Philip-Marlowe-Romanen. Besonders Kutscher und Chandler haben mich zu Wayside inspiriert. 

Zudem darf ich aber auch Cornelia Funke nicht vergessen, denn ihre Tintenherz-Romane waren die erste Buchreihe, die mich vollends in ihren Bann gezogen hat.

Was war die größte Herausforderung bei deinem bisherigen Projekt? 

Die ganze Wayside-Reihe. Sie ist mein erstes Serienprojekt. Nach den vier Bänden rund um Detective Green wird es eine zweite Reihe mit einem neuen Protagonisten geben. Die übergreifende Handlung der ersten Staffel sowie die Art und Weise, wie die nächste Reihe daran anknüpfen wird, haben viel Arbeit gekostet und sind erst im letzten Jahr so richtig ausgereift. Und natürlich das Marketing, darin bin ich einfach noch ein ziemlicher Noob. Aber ich lerne dazu!

Welche Botschaft oder welches Gefühl möchtest du deinen Lesern mitgeben? 

Mein Ziel ist es, kurze, rasante, aber hoffentlich auch spannende Krimis und Mysterygeschichten zu schreiben. Ich lese selbst gerne kürzere Romane, da sie sich leicht in den Alltag integrieren lassen. Daher versuche ich, meine Bücher eher in einem überschaubaren Rahmen zu halten.

Darüber hinaus stehen natürlich die Charaktere und ihre Handlungen im Mittelpunkt. Ich möchte Geschichten erzählen, in denen die Figuren lernen müssen, ihr eigenes Handeln und ihre Rolle in der Welt zu hinterfragen und schließlich daran zu wachsen. 

Woran arbeitest du aktuell – und worauf dürfen sich deine Leser in Zukunft freuen?

Aktuell liegt der Fokus noch voll auf den Wayside-Krimis. Diesen Herbst erscheint der dritte Teil, Rachemelodie, und kommendes Frühjahr dann das Finale rund um Detective Green, worauf ich sehr stolz bin.

Darüber hinaus arbeite ich seit einiger Zeit an einem Science-Fiction-Mystery-Horror mit einer Ente als einem der Hauptcharaktere. Zu viel kann ich noch nicht verraten, aber wer auf Actionfilme wie Rambo, Mad Max und Terminator steht, könnte an dieser Geschichte viel Spaß haben. Es wird ziemlich wild.

Vielen Dank, Stefan Emmerichs!

Lieber Stefan, herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, uns einen so persönlichen Einblick in deine kreative Welt und deinen Weg als Autor zu geben.

Besonders spannend ist zu sehen, wie vielfältig deine Inspirationen sind – von Filmen und Computerspielen über Musik bis hin zu ganz persönlichen Erfahrungen. Deine Leidenschaft für außergewöhnliche Welten und vielschichtige Charaktere ist dabei deutlich zu spüren.

Wir wünschen dir für den dritten Wayside-Band Rachemelodie, das kommende Finale rund um Detective William Green und natürlich auch für deine etwas „wildere“ Science-Fiction-Idee mit Ente ganz viel Erfolg und viele begeisterte Leserinnen und Leser.

Vielen Dank für das interessante Interview – wir sind gespannt, wohin uns deine Geschichten in Zukunft noch führen werden!

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Hier geht es zur Homepage von Stefan Emmerichs

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