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Widdersehen von Leonie Swann – Endlich sind die Schafe aus Glennkill zurück!

Zusammenfassung:

  • „Widdersehen – Ein Schafskrimi“ von Leonie Swann bringt alte Bekannte wie Miss Maple zurück und begeistert mit humorvollen Einblicken in die Schafperspektive.
  • Die Geschichte handelt von der Rückkehr der Herde nach Irland und dem mysteriösen Verschwinden von Rebecca, der Schäferin.
  • Madouc, eine Ziege, die sich als „Schaf auf Probe“ sieht, fügt der Herde eine neue, witzige Dynamik hinzu.
  • Der Krimi vereint spannende Ermittlungen mit einer warmherzigen Erzählweise und viel Wortwitz.
  • Die Mischung aus Humor, Spannung und emotionalen Momenten macht das Buch zu einem Lesevergnügen, das 10 von 10 Punkten verdient.

Die Kurzfassung kennst du jetzt – nun geht es ins Detail. Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen!

Bewertung: 10/10

Manche Buchfiguren vergisst man einfach nicht. Und manchmal sind diese Figuren eben Schafe. Als ich gesehen habe, dass Leonie Swann mit „Widdersehen – Ein Schafskrimi“ nach Glennkill zurückkehrt, war für mich deshalb schnell klar: Dieses Buch muss ich lesen. Schließlich hatte ich Miss Maple und die anderen Mitglieder der Herde bereits im ersten Buch kennengelernt und ins Herz geschlossen.

Und was soll ich sagen? Es war einfach schön, diese außergewöhnlichen Charaktere wiederzusehen. Oder sollte ich in diesem Fall besser sagen: Widderzusehen?

Worum geht es in „Widdersehen – Ein Schafskrimi“?

Eigentlich befindet sich Schäferin Rebecca mit ihrer Herde auf einer Europareise. Doch plötzlich bricht sie die Reise ab und kehrt gemeinsam mit den Schafen nach Irland zurück. Für Miss Maple und ihre wolligen Gefährten klingt das zunächst wunderbar: Endlich geht es zurück auf die vertraute Weide und damit nach Hause.

Mit dabei ist inzwischen auch Madouc. Sie ist zwar offiziell eine Ziege, versteht sich selbst aber eher als „Schaf auf Probe“ und möchte möglichst viel über die geheimnisvolle Welt der Schafe lernen. Doch die Freude über die Rückkehr hält nicht lange an. Die geliebte Weide ist nicht mehr so schön, wie die Herde sie in Erinnerung hatte, und außerdem haben sich dort drei fremde Schafe breitgemacht, die auch noch die besten Kräuter weggefuttert haben.

Dann passiert allerdings etwas, das wesentlich beunruhigender ist: Rebecca verschwindet. Von ihrer Schäferin fehlt plötzlich jede Spur. Zurück bleiben lediglich ein Finger und ein geheimnisvoller Brief. Letzterer stellt die Herde vor ein nicht ganz unwesentliches Problem, denn Schafe können bekanntlich nicht lesen. Trotzdem steht für Miss Maple und ihre Gefährten fest: Rebecca braucht ihre Hilfe. Also beginnt die Herde zu ermitteln.

Ein wunderbares Wiedersehen mit alten Bekannten

Für mich war einer der schönsten Aspekte von Widdersehen, die bekannten Charaktere aus Glennkill wiederzutreffen. Miss Maple und die anderen Schafe waren mir natürlich im Gedächtnis geblieben, und umso mehr habe ich mich auf das Wiedersehen mit ihnen gefreut. Umso schöner war es, wieder in ihre ganz eigene Gedankenwelt einzutauchen.

Leonie Swann schafft es erneut wunderbar, ihren tierischen Figuren individuelle Persönlichkeiten zu geben. Jedes Schaf hat seine Eigenheiten, seine Stärken und natürlich seine ganz eigene Vorstellung davon, wie Menschen und deren oftmals merkwürdiges Verhalten zu verstehen sind. Genau diese ungewöhnliche Perspektive macht für mich den besonderen Reiz der Schafskrimis aus.

Für die Herde sind viele Dinge, die für uns Menschen vollkommen normal erscheinen, alles andere als logisch. Das führt zu herrlich komischen Situationen. Und manchmal ertappt man sich sogar bei dem Gedanken, dass die Schafe mit ihrer Interpretation vielleicht gar nicht so falsch liegen.

Miss Maple hat nichts von ihrem Spürsinn verloren

Besonders gefreut habe ich mich natürlich auf Miss Maple. Sie beobachtet, kombiniert und versucht aus den vielen kleinen Hinweisen ein Gesamtbild zu formen. Dabei folgt ihre Logik nicht immer den Wegen, die ein menschlicher Ermittler vermutlich einschlagen würde. Genau dadurch macht es aber unglaublich viel Spaß, sie bei ihren Ermittlungen zu begleiten.

Immer wieder entstehen Situationen, die gleichzeitig spannend und herrlich komisch sind. Man möchte den Schafen gelegentlich erklären, was gerade tatsächlich passiert, nur um wenige Seiten später festzustellen, dass ihre ungewöhnliche Sicht auf die Dinge vielleicht doch näher an der Wahrheit liegt als gedacht.

Gerade diese Mischung aus Kriminalfall und Schaflogik funktioniert für mich auch diesmal wieder hervorragend.

Madouc – offiziell Ziege, inoffiziell Schaf auf Probe

Eine besonders schöne Ergänzung der Herde ist Madouc. Es gibt allerdings ein kleines Problem: Madouc ist eigentlich eine Ziege. Zumindest offiziell. Viel lieber möchte sie ein Schaf sein und betrachtet sich deshalb kurzerhand als „Schaf auf Probe“.

Ihre Versuche, die Regeln, Verhaltensweisen und Geheimnisse des Schafseins zu verstehen, sorgen immer wieder für humorvolle Momente. Gleichzeitig bringt sie eine neue Perspektive in die bekannte Herde und fügt sich für mich wunderbar in die Gruppe ein. Ich hatte jedenfalls schnell das Gefühl, dass sie einfach dazugehört – Ziege hin oder her.

Ein Schafskrimi voller Wärme und Humor

Was Widdersehen für mich besonders macht, ist die Mischung aus Kriminalgeschichte, Humor und warmherziger Erzählung. Der Fall rund um Rebeccas Verschwinden ist spannend aufgebaut und bietet genügend Rätsel, um selbst ein wenig mitzuraten. Gleichzeitig nimmt sich die Geschichte nie zu ernst.

Der Humor entsteht dabei nicht durch ständig eingestreute Witze, sondern ganz natürlich durch die Perspektive der Schafe. Menschen sind aus ihrer Sicht schließlich ausgesprochen merkwürdige Wesen. Unsere Gewohnheiten, Beziehungen und Entscheidungen ergeben für die Herde nicht immer besonders viel Sinn – und wenn man das Ganze aus ihrer Perspektive betrachtet, kann man ihnen das kaum verübeln.

Dazu kommen die vielen kleinen Wortspiele. Allein Begriffe wie „Wollensstärke“ zeigen, wie viel Freude Leonie Swann an Sprache und am Spiel mit der Schafperspektive hat. Dieser Humor passt hervorragend zur Geschichte und wirkte auf mich nie aufgesetzt.

Mehr als nur ein lustiger Tierkrimi

Hinter all dem Humor steckt allerdings deutlich mehr. Die Schafe beschäftigen sich auf ihre ganz eigene Weise mit Freundschaft, Familie, Zusammenhalt, Heimat und Verlust. Dadurch bekommt die Geschichte neben den lustigen und spannenden Szenen auch ruhigere und nachdenklichere Momente.

Gerade diese Mischung hat mir ausgesprochen gut gefallen. Widdersehen ist eben nicht einfach nur ein Krimi, in dem zufällig Schafe ermitteln. Die ungewöhnliche Perspektive ermöglicht es vielmehr, menschliches Verhalten einmal aus einem vollkommen anderen Blickwinkel zu betrachten.

Und manchmal braucht es offenbar tatsächlich eine Herde Schafe, damit man merkt, wie kompliziert wir Menschen unser Leben machen.

Sollte man „Glennkill“ vorher gelesen haben?

Ich persönlich würde empfehlen, Glennkill vorher zu lesen. Widdersehen funktioniert sicherlich auch ohne umfangreiche Vorkenntnisse, aber ein großer Teil des Charmes entstand für mich gerade durch das Wiedersehen mit den bekannten Charakteren.

Wer Miss Maple und ihre Herde bereits kennt, bringt einfach eine andere Verbindung zu ihnen mit. Für mich fühlte sich die Rückkehr nach Glennkill deshalb tatsächlich ein bisschen wie das Wiedersehen mit alten Freunden an – nur eben mit deutlich mehr Wolle.

Gerade wenn die erste Begegnung mit den Schafen schon einige Jahre zurückliegt, macht es Spaß zu entdecken, an welche Figuren und Eigenheiten man sich sofort wieder erinnert.

Mein Fazit zu „Widdersehen“ von Leonie Swann

„Widdersehen – Ein Schafskrimi“ von Leonie Swann hat genau das geschafft, was ich mir von der Rückkehr nach Glennkill erhofft hatte. Ich durfte liebgewonnene Charaktere wiedersehen, erneut über die ungewöhnliche Logik der Schafe schmunzeln und gleichzeitig einen spannenden Kriminalfall verfolgen.

Miss Maple hat nichts von ihrem kriminalistischen Spürsinn verloren und die bekannte Herde funktioniert auch nach all den Jahren hervorragend. Mit Madouc kommt zudem ein neuer Charakter hinzu, der wunderbar zu dieser außergewöhnlichen Gemeinschaft passt. Humor, Spannung, liebenswerte Figuren, Wortwitz und jede Menge Schaflogik – für mich hat hier einfach alles gepasst.

Besonders schön war für mich aber wirklich das Wiedersehen mit den Charakteren, die ich schon im ersten Buch kennengelernt hatte. Es dauerte nicht lange, bis ich mich in ihrer Gesellschaft wieder genauso wohlgefühlt habe wie damals bei Glennkill.

Was mir besonders gefallen hat

  • Das Wiedersehen mit Miss Maple und den bekannten Charakteren aus Glennkill
  • Die herrlich eigenwillige Sicht der Schafe auf uns Menschen
  • Miss Maples ungewöhnliche Ermittlungen
  • Madouc als sympathisches „Schaf auf Probe“
  • Der warmherzige und intelligente Humor
  • Die gelungenen Wortspiele
  • Der spannende Kriminalfall zum Miträtseln
  • Die Mischung aus Humor, Spannung und nachdenklichen Momenten

Mein Urteil: Was für ein schönes Widdersehen! Leonie Swann bringt Miss Maple und ihre Herde zurück und beweist, dass diese ungewöhnlichen Ermittler nichts von ihrem Charme verloren haben. Ein kluger, warmherziger, spannender und wunderbar witziger Schafskrimi, bei dem ich mich sofort wieder zu Hause gefühlt habe.

10 von 10 Punkten – mehr Wollensstärke kann ein Schafskrimi kaum haben.


Mein herzlicher Dank gilt dem DuMont Buchverlag° für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Widdersehen – Ein Schafskrimi von Leonie Swann.

Ich habe mich sehr darüber gefreut, Miss Maple und die liebgewonnene Herde aus Glennkill nach so langer Zeit wieder begleiten zu dürfen. Dieses „Widdersehen“ war für mich ein ganz besonderes Lesevergnügen.

Die Bereitstellung des Rezensionsexemplars hatte selbstverständlich keinen Einfluss auf meine Bewertung. Meine Rezension spiegelt wie immer ausschließlich meine persönliche und unabhängige Meinung wider.

Vielen Dank an den DuMont Buchverlag für das Vertrauen und die Möglichkeit, erneut in die wunderbar schräge und warmherzige Welt der Glennkill-Schafe einzutauchen.

Interessiert euch das Buch? Dann schaut doch mal auf Amazon vorbei.*

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