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Die Pforte der Zeit Shorten Rezension: Stärken und Schwächen

Zusammenfassung:

  • In der Rezension zu Die Pforte der Zeit – Shorten von Rosalind Tate wird eine spannende Zeitreisegeschichte vorgestellt, die in einer alternativen Vergangenheit spielt.
  • Die Protagonistin Sophie Arundel findet sich in einer Welt ohne Ersten Weltkrieg wieder und muss sich den gesellschaftlichen Regeln dieser Zeit anpassen.
  • Die Geschichte enthält interessante Gedankenspiele zur Entwicklung Europas ohne den Ersten Weltkrieg und thematisiert humorvolle Missverständnisse aufgrund gesellschaftlicher Normen.
  • Trotz der gelungenen Idee und der Vielfalt an Themen gibt es Kritik an den ausführlichen Kleidungsbeschreibungen und dem Mangel an tatsächlichen Zeitreisen in diesem ersten Band.
  • Insgesamt erhält das Buch eine Bewertung von 7 von 10 Punkten und bietet Potenzial für die angekündigten weiteren Bände.

Die Kurzfassung kennst du jetzt – nun geht es ins Detail. Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen!

Bewertung: 7/10

Ein geheimnisvoller Aufzug, der nicht einfach in ein anderes Stockwerk fährt, sondern seine Passagiere rund 100 Jahre in die Vergangenheit befördert? Bei einer solchen Idee werde ich als Fan von Zeitreisegeschichten natürlich sofort neugierig. Genau damit beginnt „Die Pforte der Zeit – Shorten“ von Rosalind Tate. Allerdings stellt sich schon bald heraus, dass Sophie Arundel offenbar nicht nur in der Vergangenheit gelandet ist. Die Welt, in der sie sich plötzlich befindet, hat sich historisch vollkommen anders entwickelt.

Die Grundidee hat mir gut gefallen und bietet jede Menge Möglichkeiten für die weiteren Bände. Trotzdem konnte mich der Auftakt der Reihe nicht vollständig überzeugen. Warum es am Ende trotzdem gute 7 von 10 Punktengeworden sind, möchte ich euch in meiner Rezension erzählen.

Worum geht es in „Die Pforte der Zeit – Shorten“?

Für Sophie Arundel sollte eigentlich nur ihr erster Tag an der Universität beginnen. Doch dann steigt sie in einen Aufzug und findet sich plötzlich in einem englischen Herrenhaus wieder – ungefähr 100 Jahre in der Vergangenheit. Immerhin ist sie nicht vollkommen allein. Ihre treue Hündin Charlotte ist bei ihr und auch Hugo, ihr attraktiver, privilegierter und aus Sophies Sicht ziemlich nerviger Kommilitone, hat die ungewöhnliche Reise mitgemacht.

Schnell stellt sich heraus, dass mit dieser Vergangenheit etwas nicht stimmt. Der Erste Weltkrieg hat in Shorten offenbar niemals stattgefunden und dementsprechend hat sich die Geschichte vollkommen anders entwickelt. Sophie und Hugo müssen nicht nur herausfinden, wo sie eigentlich gelandet sind, sondern auch, wie sie wieder zurück in ihre eigene Zeit kommen können. Ihre einzige Hoffnung scheint der geheimnisvolle Aufzug zu sein.

Zeitreise oder doch ein Paralleluniversum?

Gerade dieser Punkt war für mich besonders interessant. Die Pforte der Zeit – Shorten ist zwar eine Zeitreisegeschichte, die eigentliche Reise beschränkt sich in diesem ersten Band jedoch weitgehend auf einen Sprung von ungefähr 100 Jahren. Gleichzeitig deutet vieles darauf hin, dass Sophie nicht einfach nur in der Vergangenheit unserer eigenen Welt gelandet ist, sondern auf einer Erde in einer Art Paralleluniversum.

Denn die Geschichte dieser Welt unterscheidet sich deutlich von unserer. Der Erste Weltkrieg hat nie stattgefunden und allein dadurch hat sich die Gesellschaft in eine vollkommen andere Richtung entwickelt.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich mir von der Zeitreise selbst etwas mehr erhofft hatte. Gerade bei Geschichten über Reisen durch die Zeit finde ich es spannend, wenn unterschiedliche Epochen besucht werden oder die Auswirkungen von Veränderungen in der Vergangenheit eine größere Rolle spielen. Hier bleibt Sophie zunächst hauptsächlich in einer Epoche und muss lernen, sich dort zurechtzufinden.

Da allerdings noch fünf weitere Bände folgen sollen, dürfte das Thema Zeitreise vermutlich noch deutlich ausgebaut werden. Der erste Band fühlt sich für mich deshalb ein wenig wie der Einstieg in eine wesentlich größere Geschichte an.

Sophie und die Tücken der Vergangenheit

Ein großer Teil der Geschichte beschäftigt sich damit, wie Sophie versucht, sich an das Leben und vor allem an die gesellschaftlichen Regeln ihrer neuen Umgebung anzupassen. Und das funktioniert nicht immer besonders gut.

Als junge Frau aus unserer Zeit ist sie vollkommen andere Freiheiten, Umgangsformen und gesellschaftliche Regeln gewohnt. In Shorten dagegen muss sie plötzlich darauf achten, was sie sagt, wie sie sich verhält und natürlich auch, was sie trägt. Gerade die verschiedenen Kleider, in die Sophie immer wieder gesteckt wird, nehmen erstaunlich viel Raum in der Geschichte ein.

Ausführlich erfahren wir, welche Kleidung für welchen Anlass notwendig ist, wie kompliziert das Anziehen sein kann und vor allem, wie unbequem manche dieser Kleidungsstücke für Sophie sind. Wer historische Mode und die gesellschaftliche Etikette dieser Zeit interessant findet, dürfte daran vermutlich viel Freude haben. Für mich hätte dieser Aspekt allerdings etwas weniger ausführlich behandelt werden können.

Von einem Fettnäpfchen ins nächste

Unterhaltsamer fand ich dagegen Sophies Schwierigkeiten mit den gesellschaftlichen Gepflogenheiten. Sie schafft es regelmäßig, in irgendein Fettnäpfchen zu treten und ihre Gastgeber damit in Verlegenheit zu bringen.

Natürlich meint Sophie vieles vollkommen anders, als es von den Menschen in Shorten verstanden wird. Was in unserer Zeit völlig normal wäre, kann dort schnell als unhöflich, unangemessen oder sogar skandalös gelten. Daraus entstehen einige durchaus humorvolle Situationen.

Gleichzeitig wird dadurch deutlich, wie stark sich gesellschaftliche Normen innerhalb von nur 100 Jahren verändern können. Gerade aus Sophies moderner Perspektive wirken manche Regeln geradezu absurd.

Eine Welt ohne Ersten Weltkrieg

Für mich war einer der interessantesten Aspekte des Romans die Frage, wie sich Europa entwickelt hätte, wenn der Erste Weltkrieg niemals stattgefunden hätte. Rosalind Tate zeichnet dabei keineswegs eine friedlichere oder bessere Welt.

Im Gegenteil: England und andere Teile Europas werden zunehmend von Unruhen und Aufständen erschüttert. Eine Erklärung innerhalb der Geschichte ist, dass durch das Ausbleiben des Ersten Weltkriegs Millionen Männer nicht gestorben sind. Dadurch entwickelte sich die Bevölkerung anders und es entstand unter anderem ein wesentlich größerer Konkurrenzkampf um Arbeitsplätze.

Das ist eine interessante alternative Geschichtsschreibung, über die man durchaus diskutieren kann. Ob diese Theorie historisch und gesellschaftlich tatsächlich überzeugen kann, muss meiner Meinung nach jeder Leser selbst entscheiden. Für einen Roman ist es aber auf jeden Fall ein spannendes Gedankenspiel.

Gerade solche „Was wäre, wenn?“-Fragen gehören für mich zu den interessantesten Elementen von Geschichten über alternative Zeitlinien.

Sophie, Hugo und jede Menge Filmwissen

Neben der Zeitreise und der alternativen Geschichte spielen auch Sophies zahlreiche Anspielungen auf Filme eine auffällige Rolle. Man merkt schnell, dass die Autorin selbst offenbar ein Faible für Filme hat, denn Sophie zieht immer wieder Vergleiche zu bekannten Filmszenen und Geschichten.

Dadurch wirkt sie sehr modern und ihre Gedanken stehen teilweise in einem herrlich starken Kontrast zu der historischen Welt, in der sie sich plötzlich zurechtfinden muss. Filmfans werden sicherlich einige der Anspielungen erkennen und daran ihren Spaß haben.

Auch die Beziehung zwischen Sophie und Hugo dürfte in den kommenden Büchern noch interessant werden. Zu Beginn ist Sophie von ihrem Kommilitonen jedenfalls alles andere als begeistert. Dass ausgerechnet die beiden zusammenarbeiten müssen, um das Geheimnis des Aufzugs zu lösen, sorgt natürlich für zusätzliche Reibung.

Für wen eignet sich „Die Pforte der Zeit – Shorten“?

Da die Geschichte konsequent aus der Perspektive der jungen Sophie erzählt wird und Themen wie Kleidung, gesellschaftliche Regeln, zwischenmenschliche Beziehungen und ihre Dynamik mit Hugo relativ viel Raum bekommen, dürfte das Buch meiner Einschätzung nach eher ein weibliches Publikum ansprechen. Das bedeutet natürlich nicht, dass Männer mit der Geschichte keinen Spaß haben können – gerade Fans alternativer Geschichte und von Parallelwelten finden hier ebenfalls interessante Ideen.

Wer allerdings einen klassischen Zeitreiseroman erwartet, bei dem ständig zwischen verschiedenen Jahrhunderten hin- und hergesprungen wird, sollte seine Erwartungen etwas anpassen. Zumindest in diesem ersten Band steht weniger das eigentliche Reisen durch die Zeit als vielmehr Sophies Leben in dieser veränderten Vergangenheit im Mittelpunkt.

Auftakt zu einer größeren Geschichte

Die Pforte der Zeit – Shorten soll erst der Anfang sein, denn insgesamt sind noch fünf weitere Bände geplant. Das macht mich durchaus neugierig. Der erste Teil führt die Welt, die Figuren und das zentrale Geheimnis um den Aufzug ein, beantwortet aber längst nicht alle Fragen.

Gerade deshalb bin ich gespannt, ob die kommenden Bücher das Thema Zeitreise stärker ausbauen. Vielleicht führt der geheimnisvolle Aufzug Sophie noch in andere Zeiten oder weitere alternative Realitäten. Vor allem möchte ich wissen, wie sich ihre Geschichte entwickelt und welche Rolle Hugo dabei noch spielen wird.

Potential ist jedenfalls genügend vorhanden.

Mein Fazit zu „Die Pforte der Zeit – Shorten“

„Die Pforte der Zeit – Shorten“ von Rosalind Tate bietet eine interessante Mischung aus Zeitreise, Parallelwelt, alternativer Geschichte und dem Leben einer modernen jungen Frau in einer Gesellschaft, deren Regeln für sie vollkommen fremd sind.

Die Grundidee mit dem geheimnisvollen Aufzug hat mir sehr gefallen. Besonders interessant fand ich die alternative Entwicklung Europas ohne den Ersten Weltkrieg und die Frage, welche gesellschaftlichen Konsequenzen eine solche Veränderung der Geschichte haben könnte. Auch Sophies zahlreiche Fettnäpfchen und ihre moderne Sichtweise sorgen immer wieder für unterhaltsame Momente.

Etwas weniger begeistert war ich davon, wie viel Raum Kleidung, das Anziehen verschiedener Kleider und die damit verbundene Etikette einnehmen. Außerdem hätte ich mir von einer Zeitreisegeschichte im ersten Band etwas mehr tatsächliches Reisen durch unterschiedliche Zeiten gewünscht.

Trotzdem macht mich die Geschichte neugierig genug, um wissen zu wollen, wie es mit Sophie Arundel weitergeht. Schließlich sollen noch fünf weitere Bände folgen – und der geheimnisvolle Aufzug dürfte sicherlich noch einige Überraschungen bereithalten.

Meine Bewertung: 7 von 10 Punkten

 

Was mir gefallen hat

  • Die ungewöhnliche Idee mit dem geheimnisvollen Aufzug

  • Die Verbindung aus Zeitreise und Paralleluniversum

  • Das Gedankenspiel einer Welt ohne Ersten Weltkrieg

  • Sophies Fettnäpfchen in einer vollkommen anderen Gesellschaft

  • Die zahlreichen Anspielungen auf Filme

  • Das Geheimnis rund um Shorten

  • Viel Potential für die kommenden Bände

Was mich weniger überzeugt hat

  • Für eine Zeitreisegeschichte bislang relativ wenig tatsächliches Reisen durch die Zeit

  • Die ausführlichen Beschreibungen der verschiedenen Kleider waren mir stellenweise zu viel

  • Etikette und Kleidung nehmen einen recht großen Teil der Handlung ein

  • Einige interessante Aspekte der alternativen Welt könnten für meinen Geschmack noch tiefer behandelt werden

Mein Urteil: Ein interessanter Auftakt mit einer ungewöhnlichen Grundidee und einer alternativen Version der europäischen Geschichte. Noch hat mich Sophies Reise nicht vollkommen gepackt, aber der geheimnisvolle Aufzug und die Aussicht auf fünf weitere Bände machen mich neugierig darauf, wohin – oder besser gesagt: wann – die Reise noch führen wird.


Vielen Dank für das Rezensionsexemplar

Mein herzlicher Dank gilt Rosalind Tate, die mir ein Rezensionsexemplar von Die Pforte der Zeit – Shorten zur Verfügung gestellt hat. Ich habe mich sehr darüber gefreut, Sophie auf ihrer ungewöhnlichen Reise durch den geheimnisvollen Aufzug begleiten und diese alternative Vergangenheit entdecken zu dürfen.

Die Bereitstellung des Rezensionsexemplars hatte selbstverständlich keinen Einfluss auf meine Bewertung. Meine Rezension gibt wie immer ausschließlich meine persönliche und unabhängige Meinung zum Buch wieder.

Vielen Dank an Rosalind Tate für das Vertrauen und die Möglichkeit, den Auftakt dieser Zeitreise-Reihe kennenzulernen.

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