Zusammenfassung:
- Der Autor schrieb aus persönlichen Erfahrungen und Inspirationsquellen, darunter seine Beobachtungen über Macht und Authentizität.
- Schreibblockaden überwindet er durch Auszeiten, wie Schwimmen oder Sauna, bis neue Ideen kommen.
- Sein aktuelles Projekt ist der Krimi ‚Carlos‘, der im Frühjahr 2027 erscheint und um eine feindliche Übernahme kreist.
- Er gibt den Lesern die Botschaft, für das zu kämpfen, was sie für richtig halten, besonders in unter Druck stehenden Situationen.
- Martin Suter und John Grisham prägten seinen Schreibstil, sowie die ständige Herausforderung seiner kritischen Frau als erste Lektorin.
Die Kurzfassung kennst du jetzt – nun geht es ins Detail. Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen!
Was hat dich ursprünglich dazu inspiriert, mit dem Schreiben zu beginnen?
Erlebnisse, die mir nach dem Ende meines Berufslebens durch den Kopf gegangen sind.
Wie entsteht bei dir eine neue Geschichte – beginnt sie eher mit einer Idee, einer Figur oder einer bestimmten Szene?
Eine neue Geschichte beginnt mit einer Idee. Besser gesagt, mit einem Impuls. Bei meinem Buch „Falsches Spiel“ war es die Beobachtung der Arroganz der Macht im Allgemeinen, speziell aber in Unternehmen.
Welche Rolle spielen persönliche Erfahrungen in deinen Büchern?
Persönliche Erlebnisse spielen natürlich eine große Rolle. Über 40 Jahre war ich mittendrin. Nach meiner Überzeugung erfordert die Authentizität das Durchleben bestimmter Situationen. Im Guten, wie im Schlechten.
Wie gehst du mit Schreibblockaden oder kreativen Tiefphasen um?
Dann höre ich für eine gewisse Zeit auf, an der Geschichte weiterzuschreiben. Ich nehme die Blockade mit zum Schwimmen oder in die Sauna. Irgendwann kommt eine Idee, wie es weitergehen kann.
Gibt es eine Figur aus deinem Werk, mit der du dich besonders verbunden fühlst – und warum?
Nun ja, mein Erstlingswerk heißt „Peter Ritter übernimmt.“ Es ist autofiktional. Manchmal hätte ich es mir gewünscht, die Dinge so gelöst zu haben, wie Peter Ritter es kann. In „Falsches Spiel“ ist es Nellie. Sie erleidet einen schweren Schicksalsschlag und gibt nicht auf, den Dingen auf den Grund zu gehen. Das hat mich sehr inspiriert.
Wie sieht dein typischer Schreiballtag aus? Hast du feste Routinen?
Vormittags kaufe ich ein, koche oder lese Zeitung. Am frühen Nachmittag geht’s zum Schwimmen. Danach kommt die Schreiberei und alles, was damit zu tun hat. Natürlich ändert sich das auch in Abhängigkeit von der Stimmung oder anderen Verpflichtungen.
Welche Autoren oder Werke haben deinen Schreibstil am meisten geprägt?
Da ich Wirtschaftskrimis verbunden bin, ganz klar Martin Suter. Hinsichtlich der Dramatik habe ich alle Grishams verschlungen oder auch Robert Harris und Jo Nesboe.
Was war die größte Herausforderung bei deinem bisherigen Projekt?
Die größte Herausforderung ist nach wie vor meine Frau, als erste Lektorin. Sie ist dermaßen kritisch, dass ich direkt Angst habe, ihr ein Manuskript zu überlassen. Im Buch „Falsches Spiel“ beispielsweise möchte der Gesellschafter eines Unternehmens, dass der neue Kollege zum Generalbevollmächtigten ernannt wird. Es war übrigens eine Situation, die ich in der Realität genauso erlebt hatte. Die Reaktion der ersten Lektorin war glasklar: „Das kannst Du nicht schreiben, das ist doch völlig veraltet.“ So ähnlich antwortet dann auch der Gesprächspartner des Gesellschafters im Buch. Der neue Kollege wird Generalbevollmächtigter. Es wird aber auch genauestens erläutert, warum. Dieser Herausforderung stelle ich mich aber immer wieder gerne.
Welche Botschaft oder welches Gefühl möchtest du deinen Lesern mitgeben?
Geht den Dingen auf den Grund. Lasst euch nicht abschrecken. Kämpft für das, was ihr für richtig haltet, und seid lösungsorientiert unterwegs. Insbesondere in Unternehmen, die geprägt sind von Machtstrukturen, Abhängigkeiten und Eitelkeiten ist dies sehr wichtig.
Woran arbeitest du aktuell – und worauf dürfen sich deine Leser in Zukunft freuen?
Derzeit arbeite ich an „Carlos“, einem Krimi, der im Frühjahr 2027 veröffentlicht wird. Carlos ist ein Unternehmer, der zwischen die Fronten einer unfreundlichen Übernahme zweier Unternehmen gerät. Sowohl er wie auch sein persönliches Umfeld sind bedroht. Es geht um Leben und Tod.
Bleibt gespannt.
Lieber Ralph,
vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses spannende und persönliche Interview genommen hast. Besonders interessant waren deine Einblicke in die Entstehung deiner Wirtschaftskrimis, deine langjährigen beruflichen Erfahrungen und die Themen Macht, Verantwortung und Gerechtigkeit, die deine Geschichten prägen.
Ich wünsche dir weiterhin viel Freude am Schreiben, zahlreiche begeisterte Leserinnen und Leser und viel Erfolg mit deinem kommenden Krimi „Carlos“.
Vielen Dank für das offene Gespräch und alles Gute für deinen weiteren Weg als Autor! 📚✨
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