Zusammenfassung:
- Oliver W. Matthias begann mit dem Schreiben aus Frustration über irrationales Verhalten von Figuren in Romanen.
- Neue Geschichten entwickeln sich durch die Auseinandersetzung mit Geopolitik, Umwelt und persönlichen Erfahrungen.
- Er hat feste Schreibgewohnheiten mit einer morgendlichen Routine, die Kaffee und Zigaretten umfasst.
- Matthias’ Figuren reflektieren Aspekte seiner eigenen Persönlichkeit und Erfahrungen, sodass er sich stark mit ihnen identifiziert.
- Aktuell arbeitet er an der düsteren Space Opera „Der Göttercode“, die Themen wie Freiheit und Kontrolle behandelt.
Die Kurzfassung kennst du jetzt – nun geht es ins Detail. Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen!
Was hat dich ursprünglich dazu inspiriert, mit dem Schreiben zu beginnen?
Romane, über deren Figuren ich mich geärgert habe, weil sie völlig irrational getrieben waren und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sahen. Da kam mir der Gedanke, dass ich das auch kann.
Wie entsteht bei dir eine neue Geschichte – beginnt sie eher mit einer Idee, einer Figur oder einer bestimmten Szene?
Die Geschichte beginnt stets mit der Beschäftigung mit gegenwärtigen Ereignissen aus der Geopolitik, der Umwelt und der Forschung. Auch der Buchmarkt ist ein wesentlicher Faktor dieses Prozesses. Darin suche ich nach einem tragfähigen Fundament, einer Story, die sowohl menschliche Abgründe als auch Menschlichkeit ermöglicht.
Welche Rolle spielen persönliche Erfahrungen in deinen Büchern?
Meine Figuren entwickeln sich durch meine Beobachtungen im Alltag: kleine Ticks, Rituale und Gewohnheiten der Gesellschaft – und nicht zuletzt auch meine eigenen.
Wie gehst du mit Schreibblockaden oder kreativen Tiefphasen um?
Das kenne ich glücklicherweise nicht. Ich befasse mich ausschließlich mit Themen, die mich interessieren, dann baue ich ein Textkonzept und plotte die Protagonisten durch. Bisher hat sich diese Vorgehensweise bewährt.
Gibt es eine Figur aus deinem Werk, mit der du dich besonders verbunden fühlst – und warum?
In der Regel trägt jede Figur meiner Romane etwas von mir. Beispielsweise Shay Teriko aus der Reihe „Projekt Fram – Phase 1–3“, die immer stark sein muss, auch dann, wenn sie es eigentlich nicht ist. Oder Rashid Sharma, der im Roman „Oorja“ seine Fehler wiedergutmachen will und es ganz vermasselt. Hazel Fletcher in „Das Titan-Artefakt“, der nur langsam seine Rolle im Leben begreift und widerwillig annimmt. Bob Sieger in „Das Neptun-Protokoll“, auf der Suche nach der Vergangenheit, um die Gegenwart zu bewältigen. Anna Savoni in „Die Pluto Transformation“, die alles tut, um ihren Sohn zu beschützen, auch wenn es gegen jede Vernunft ist. Das sind alles Facetten von Situationen, die ich selbst in gewisser Weise meistern musste.
Wie sieht dein typischer Schreiballtag aus? Hast du feste Routinen?
Ja. 5.00 Uhr aufstehen. Kaffee. Kaffee. Kaffee. Mit den Hunden raus. Kaffee. Zigarette. Kaffee. Frühstück und Kaffee. Dann an die Arbeit mit Kaffee und Zigaretten.
Welche Autoren oder Werke haben deinen Schreibstil am meisten geprägt?
Geprägt würde ich jetzt nicht sagen, eher inspiriert. Frank Herberts „Dune“, Dan Simmons’ „Hyperion“-Saga, G. R. R. Martins „Planetenjäger“ und Alan Dean Fosters „Aliens“. Unter den jüngeren Autoren und Werken ebenso Pierce Browns „Red Rising“-Reihe.
Was war die größte Herausforderung bei deinem bisherigen Projekt?
Die vielen Namen in „Projekt Fram“. Bei drei Bänden, zahlreichen Figuren, Fraktionen und Schauplätzen irgendwann noch zu wissen, wer wer ist und wo er hingehört, war nicht ohne. Mein Schreibtisch quoll vor Notizblöcken über.
Welche Botschaft oder welches Gefühl möchtest du deinen Lesern mitgeben?
Genießt jeden Augenblick mit geliebten Menschen, Tieren und an geliebten Orten. Ihr wisst nicht, was im nächsten Moment auf euch zukommt. Das Schicksal lauert da, wo ihr es nicht erwartet – oder gerade brauchen könnt.
Woran arbeitest du aktuell – und worauf dürfen sich deine Leser in Zukunft freuen?
„Der Göttercode“. Eine düstere, religiöse Space Opera über selbst ernannte Götter, die ihre Bürger über einen Quantenchip kontrollieren und deren Erinnerungen manipulieren, während ein Krieg tobt. Der Roman handelt vom Kampf um die Freiheit, sein Leben selbst zu bestimmen, und vom Schmerz des Erwachens.
Lieber Oliver,
vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses spannende und persönliche Interview genommen hast. Besonders interessant waren deine Einblicke in deinen kreativen Schreibprozess, die Inspiration durch aktuelle Ereignisse und die Entwicklung deiner vielschichtigen Figuren.
Ich wünsche dir weiterhin viele kreative Ideen, Freude am Schreiben und viel Erfolg mit deinen kommenden Projekten.
Vielen Dank für das offene Gespräch und alles Gute für deinen weiteren Weg als Autor!
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