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Das Glück hat acht Arme von Shelby Van Pelt – ein Oktopus, der mich berührt hat

Zusammenfassung:

  • Der Roman „Das Glück hat acht Arme“ von Shelby Van Pelt erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen Tova, einer Witwe, und einem klugen Riesenoktopus namens Marcellus.
  • Tova sucht nach Antworten über ihren verschwundenen Sohn, während Marcellus wichtige Zusammenhänge erkennt, die Tova nicht wahrnimmt.
  • Die Geschichte behandelt Themen wie Verlust, Einsamkeit und die Entstehung von Familie, was sie emotional berührend macht.
  • Die Buchverfilmung erzählt die Geschichte schneller und hat deshalb nicht die gleiche Wirkung wie das Buch, das eine tiefere Charakterentwicklung erlaubt.
  • Insgesamt bewertet der Rezensent das Buch mit 9 von 10 Punkten und den Film mit 7 von 10 Punkten.

Die Kurzfassung kennst du jetzt – nun geht es ins Detail. Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen!

Bewertung: 9 von 10 Punkten

Ein Roman über eine ältere Frau, einen verschwundenen Sohn und einen außergewöhnlich klugen Riesenoktopus klingt zunächst nach einer ziemlich ungewöhnlichen Mischung. Genau das hat mich an „Das Glück hat acht Arme“ von Shelby Van Pelt neugierig gemacht. Und am Ende hat mich die Geschichte nicht nur gut unterhalten, sondern auch sehr berührt.

Da es inzwischen eine Verfilmung gibt, habe ich ganz bewusst zuerst das Buch gelesen. Ich wollte weder Teile der Handlung vorher kennen noch beim Lesen bereits die Bilder und Schauspieler aus dem Film im Kopf haben. Erst nachdem ich das Buch beendet hatte, habe ich mir die Verfilmung angesehen. Diese Reihenfolge war für mich genau richtig – und im direkten Vergleich gefällt mir der Roman deutlich besser.

Worum geht es in „Das Glück hat acht Arme“?

Tova Sullivan ist Witwe und arbeitet als Reinigungskraft im Sowell Bay Aquarium. Dort fällt ihr Marcellus auf, ein neugieriger Riesenoktopus, der seine Umgebung offenbar sehr genau beobachtet. Zwischen den beiden entwickelt sich nach und nach eine ungewöhnliche Freundschaft.

Tova erzählt Marcellus auch von ihrem Sohn, der vor Jahrzehnten verschwunden ist. Bis heute weiß sie nicht genau, was damals mit ihm geschehen ist. Marcellus erkennt jedoch Zusammenhänge, von denen Tova keine Ahnung hat. Und so wird ausgerechnet ein Oktopus zu einer wichtigen Figur bei der Suche nach der Wahrheit.

Dabei geht es im Roman aber um weit mehr als um ein ungelöstes Geheimnis. Im Mittelpunkt stehen auch Verlust, Einsamkeit, Freundschaft und die Frage, wie Menschen zu einer Familie werden können, obwohl sie zunächst scheinbar nichts miteinander verbindet.

Marcellus – acht Arme und eine ganz eigene Persönlichkeit

Marcellus war für mich ganz klar eine der Figuren, die diesen Roman besonders machen. Seine Sicht auf die Menschen ist trocken, manchmal frech und immer wieder überraschend. Gerade dadurch bringt er Humor in eine Geschichte, die ansonsten durchaus ernste Themen behandelt.

Besonders schön fand ich, dass er nicht einfach nur als lustige Nebenfigur eingesetzt wird. Er beobachtet seine Umgebung genau und bekommt Dinge mit, die den Menschen verborgen bleiben. Dadurch hat er eine wichtige Funktion für die Handlung und entwickelt gleichzeitig eine eigene Persönlichkeit.

Natürlich ist seine Intelligenz sehr weitreichend. Ob ein Riesenoktopus tatsächlich all diese Zusammenhänge verstehen könnte, darf man vermutlich bezweifeln. Mich hat das beim Lesen allerdings überhaupt nicht gestört. Schließlich akzeptiere ich bei Glennkill ebenfalls, dass Schafe einen Mordfall lösen. Literatur darf für mich durchaus ein wenig über die Realität hinausgehen, wenn es zur Geschichte passt.

Und bei Marcellus passt es.

Tovas Geschichte hat mich besonders berührt

So ungewöhnlich Marcellus auch ist, das emotionale Zentrum des Romans war für mich Tova. Der Verlust ihres Sohnes begleitet sie seit vielen Jahren, und nach dem Tod ihres Mannes muss sie sich zusätzlich mit einem neuen Abschnitt ihres Lebens auseinandersetzen.

Dabei wird Tova nicht als hilflose oder gebrochene Frau dargestellt. Sie hat ihren Alltag, ihre Gewohnheiten und ihre eigene Art, mit den Dingen umzugehen. Gerade das hat sie für mich sehr glaubwürdig gemacht.

Shelby Van Pelt erzählt diese Geschichte angenehm ruhig. Die Gefühle werden nicht ständig in den Vordergrund gedrängt, sondern entstehen aus den Situationen und Beziehungen zwischen den Figuren. Dadurch haben mich einige Momente umso mehr erreicht.

Wenn Fremde langsam zu einer Familie werden

Neben Tova und Marcellus spielen auch andere Menschen eine wichtige Rolle. Anfangs wirken manche ihrer Geschichten noch voneinander getrennt. Nach und nach wird jedoch klar, dass mehr Verbindungen zwischen ihnen bestehen, als man zunächst vermutet.

Diese Entwicklung hat mir besonders gut gefallen. Der Roman nimmt sich genügend Zeit dafür und setzt die einzelnen Teile der Geschichte langsam zusammen. Als Leser bekommt man immer wieder kleine Hinweise und beginnt selbst zu überlegen, wie alles miteinander verbunden sein könnte.

Dabei steht nicht nur die Frage nach Tovas verschwundenem Sohn im Mittelpunkt. Es geht auch darum, wie Menschen einander finden, Verantwortung übernehmen und manchmal genau dort Familie entdecken, wo sie überhaupt nicht danach gesucht haben.

Buch und Film – zwei unterschiedliche Erlebnisse

Nachdem ich das Buch beendet hatte, habe ich mir den Film angesehen. Grundsätzlich hat mir auch die Verfilmung gefallen, allerdings wird die Geschichte dort teilweise anders erzählt und natürlich deutlich gekürzt.

Genau hier liegt für mich der große Unterschied. Im Roman können sich die Figuren und ihre Beziehungen langsamer entwickeln. Dadurch waren ihre Entscheidungen für mich nachvollziehbarer und die Handlung wirkte insgesamt natürlicher. Im Film muss vieles innerhalb einer begrenzten Laufzeit wesentlich schneller erzählt werden.

Einige Änderungen haben für mich außerdem dazu geführt, dass die Geschichte nicht ganz dieselbe Wirkung hatte wie im Buch. Der Film funktioniert als eigene Version durchaus, aber die Romanhandlung hat mir besser gefallen.

Deshalb fällt meine Bewertung auch unterschiedlich aus: Das Buch bekommt von mir 9 von 10 Punkten, der Film 7 von 10 Punkten.

Humor, Trauer und Hoffnung in der richtigen Mischung

Trotz Themen wie Tod, Verlust und Einsamkeit empfand ich Das Glück hat acht Arme nie als deprimierend. Der Roman findet eine schöne Balance zwischen ernsten Momenten und leichteren Szenen.

Dabei spielt natürlich Marcellus eine wichtige Rolle, aber auch die anderen Figuren sorgen immer wieder für kleine humorvolle Situationen. Gleichzeitig bleibt genug Raum für nachdenkliche Augenblicke.

Gerade diese Mischung hat für mich sehr gut funktioniert. Die Geschichte versucht weder ständig lustig zu sein noch den Leser permanent traurig zu machen. Stattdessen wechseln sich die verschiedenen Stimmungen ganz natürlich ab.

Mein Fazit zu „Das Glück hat acht Arme“

„Das Glück hat acht Arme“ von Shelby Van Pelt ist für mich ein warmherziger Roman über Trauer, Familie, Freundschaft und unerwartete Verbindungen zwischen Menschen – mit einem Riesenoktopus als ungewöhnlichstem Mitglied dieser Gemeinschaft.

Marcellus hat mir mit seiner ganz eigenen Sicht auf die Menschen sehr gefallen, aber auch Tovas Geschichte konnte mich emotional erreichen. Besonders gelungen fand ich, wie sich die zunächst getrennten Handlungsstränge langsam miteinander verbinden und daraus nach und nach ein Gesamtbild entsteht.

Dass ich zuerst das Buch gelesen und erst danach den Film angesehen habe, war für mich die richtige Entscheidung. So konnte ich die Geschichte zunächst genauso kennenlernen, wie sie im Roman erzählt wird. Die Verfilmung war anschließend interessant zum Vergleichen, konnte mich aber nicht im gleichen Maß überzeugen.

Das Buch bekommt deshalb von mir 9 von 10 Punkten. Für den Film sind es 7 von 10 Punkten.

Bewertung: 9 von 10 Punkten

Ein berührender, humorvoller und ungewöhnlicher Roman, der zeigt, dass Familie manchmal dort entsteht, wo man sie am wenigsten erwartet – und dass es gelegentlich sogar acht Arme braucht, um die richtigen Menschen zusammenzubringen.

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