Meine persönliche Einschätzung: 7 von 10
Manche Bücher ziehen einen leise rein, andere mit einem Knall.
Spicy Files von Dominique Elsaesser gehört für mich klar zur ersten Kategorie.
Der Einstieg funktioniert gut. Die Krimistory ist zu Beginn angenehm nicht vorhersehbar, was heutzutage fast schon ein Kompliment ist. Ich hatte das Gefühl: Okay, das könnte in mehrere Richtungen gehen. Genau dieses Gefühl trägt locker durch die erste Hälfte des Buches.
🔍 Wenn Spannung langsam berechenbar wird
Irgendwo bei etwa drei Vierteln der Geschichte kippte das für mich.
Nicht abrupt – eher schleichend.
Ab diesem Punkt wurde mir klar, worauf alles hinauslaufen wird. Die großen Überraschungen blieben aus, die Spannung war noch da, aber sie lief nicht mehr gegen mich, sondern neben mir her. Das ist schade, weil das Buch zeigt, dass es das eigentlich besser kann.
🗺️ Brüssel als Bühne – Segen und Stolperstein
Was mich persönlich ein wenig aus dem Flow gebracht hat:
Der Text nimmt sich stellenweise sehr viel Zeit für Ortsbeschreibungen – fast wie ein literarischer Reiseführer durch Brüssel.
Das erinnert mich stark an Dan Brown – und das meine ich nicht nur positiv.
Ich mochte diese Technik dort schon nie besonders, und hier ging es mir ähnlich:
Atmosphäre ja, Kontext ja – aber nicht auf Kosten der Dynamik.
Fairerweise muss man sagen:
Die historischen Einschübe zur dunklen Vergangenheit Belgiens sind wichtig und tragen zur Handlung bei. Sie fühlen sich sinnvoll an, nicht aufgesetzt. Nur die Länge mancher Passagen hätte für meinen Geschmack etwas straffer sein dürfen.
🇫🇷 Sprache & Lesefluss
Ein weiterer Punkt: die zahlreichen französischen bzw. belgisch-französischen Einschübe.
Inhaltlich spannend, kulturell stimmig – aber sie hemmen stellenweise den Lesefluss.
Positiv:
Die Begriffe werden im Anhang erklärt.
Negativ:
Man wird trotzdem immer wieder aus der Geschichte gezogen.
Das ist kein Dealbreaker, aber etwas, das man mögen muss.
⚠️ Und dann … der Cliffhanger
Am Ende wartet ein klarer Cliffhanger.
Kein halbes Andeuten, sondern ein echtes „Da geht noch was“.
Ob es ein zweites Buch geben wird?
Keine Ahnung – aber das Ende wirkt eindeutig so, als wäre die Geschichte noch nicht abgeschlossen. Ich wäre jedenfalls neugierig.
🧠 Fazit
Spicy Files ist ein solider, gut recherchierter Thriller mit einem starken Einstieg, interessanten historischen Ebenen und einer dichten Atmosphäre –
aber auch mit Längen, sprachlichen Stolpersteinen und einer Spannungskurve, die gegen Ende etwas zu vorhersehbar wird.
👉 7 von 10 Punkten
Ein Buch, das man gern liest, über das man nachdenkt, das aber nicht ganz das volle Potenzial ausschöpft.
Und manchmal ist genau das der Stoff, über den man am meisten spricht.
Ein herzliches Dankeschön an Dominique Elsaesser, der mir Spicy Files freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unbeeinflusst – umso mehr habe ich mich über die Möglichkeit gefreut, diesen Brüssel-Krimi lesen und besprechen zu dürfen.
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