Zusammenfassung:
- „VISION – Die Zukunft beginnt jetzt“ von Inca Vogt / Eva Thorne behandelt das Thema der veränderbaren Zukunft durch Entscheidungen.
- Die Hauptfigur Leah überlebt eine Krebserkrankung und entdeckt, dass sie Entscheidungen treffen kann, die den Verlauf ihrer Zukunft beeinflussen.
- Die intrigante Figur Maya Voss erzeugt starke Emotionen und verdeutlicht die Schwierigkeiten manipulativer Beziehungen.
- Cedric, eine geheimnisvolle Figur, wirft Fragen zu Leahs Heilung und dessen Wissen über ihre Fähigkeiten auf.
- Obwohl der Roman spannend und unterhaltsam ist, hätte das Ende für meinen Geschmack mehr Zeit zum Entwickeln gebraucht, daher 8 von 10 Punkten.
Die Kurzfassung kennst du jetzt – nun geht es ins Detail. Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen!
Bewertung: 8 von 10 Punkten
Was wäre, wenn man nicht nur einen Blick in die Zukunft werfen könnte, sondern sogar die Möglichkeit hätte, sie zu verändern? Genau mit dieser Frage beschäftigt sich „VISION – Die Zukunft beginnt jetzt“ von Inca Vogt / Eva Thorne. Die Grundidee hat mich sofort angesprochen, und auch die Geschichte selbst konnte mich über weite Strecken sehr gut unterhalten.
Besonders interessant fand ich, dass es nicht einfach bei klassischen Zukunftsvisionen bleibt. Der Roman spielt vielmehr mit der Vorstellung, Entscheidungen und Ereignisse so lange neu erleben zu können, bis sich ein anderer Ausgang ergibt. Gleichzeitig bekommt Leah es mit Menschen zu tun, die ihr das Leben alles andere als leicht machen. Eine davon ist Maya Voss – eine Figur, die bei mir beim Lesen ausgesprochen starke Reaktionen ausgelöst hat.
Am Ende bleiben bei mir dennoch ein paar Wünsche offen. Vor allem der letzte Zeitsprung kam für meinen Geschmack ziemlich plötzlich. Trotzdem ist VISION – Die Zukunft beginnt jetzt für mich ein spannender Auftakt mit einer ungewöhnlichen Idee und 8 von 10 Punkten wert.
Worum geht es in „VISION – Die Zukunft beginnt jetzt“?
Leah Mercer hat eine schwere Krebserkrankung überlebt, obwohl eigentlich kaum noch Hoffnung bestand. Doch als sie die Klinik verlässt, muss sie feststellen, dass das Leben während ihrer Erkrankung nicht stehen geblieben ist. Ihr Arbeitsplatz ist vergeben und sogar das Bauprojekt, für das sie ausgezeichnet wurde, gehört nicht mehr zu ihrem alten Leben.
Damit müsste Leah eigentlich bereits genug zu verarbeiten haben. Doch nach ihrer unerklärlichen Heilung hat sich noch etwas verändert: Sie sieht Dinge, bevor sie geschehen.
Zunächst sind es Visionen möglicher Ereignisse. Bald erkennt Leah jedoch, dass sie nicht nur beobachten muss, was passieren könnte. Sie kann Entscheidungen treffen und dadurch die Zukunft verändern.
Dann taucht immer wieder der geheimnisvolle Cedric auf. Er scheint mehr über Leahs Gabe und ihre Heilung zu wissen, als er ihr verraten möchte. Gleichzeitig gibt es Menschen in ihrem Umfeld, die verhindern wollen, dass Leah wirklich einen Neuanfang schafft.
Eine Zukunft, die nicht festgeschrieben ist
Die Grundidee von VISION hat mir sehr gut gefallen. Zukunftsvisionen sind in Romanen natürlich kein völlig neues Thema, aber hier wird daraus mehr gemacht als die einfache Frage: „Was wird passieren?“
Viel spannender fand ich die Möglichkeit, dass ein Ereignis nicht endgültig sein muss.
Achtung, ab hier kleiner Spoiler: Besonders interessant ist die Idee, dass bestimmte Lebenssituationen mehrfach durchlebt werden können, bis das Ergebnis stimmt beziehungsweise sich ein anderer Ausgang ergibt. Damit entsteht fast etwas wie ein Versuch-und-Irrtum-Prinzip für das eigene Leben.
Das eröffnet natürlich viele Fragen. Wenn ich weiß, wie eine Situation endet, würde ich beim nächsten Mal anders handeln? Welche Veränderung führt zu einem besseren Ergebnis? Und ist das Ergebnis, das zunächst besser erscheint, tatsächlich die richtige Lösung?
Gerade dieses Spiel mit verschiedenen Möglichkeiten hat für mich einen großen Reiz des Romans ausgemacht.
Leah muss ihr Leben praktisch neu beginnen
Neben den fantastischen Elementen hat mir gefallen, dass Leah nach ihrer Genesung nicht einfach wieder dort weitermachen kann, wo sie aufgehört hat. Die Welt hat sich während ihrer Krankheit verändert und ihr früheres Leben wartet nicht darauf, dass sie zurückkehrt.
Dadurch geht es im Roman auch um einen Neuanfang. Leah muss herausfinden, wer sie jetzt eigentlich ist und welchen Menschen sie weiterhin vertrauen kann.
Ihre besondere Fähigkeit macht diese Situation nicht unbedingt leichter. Schließlich muss sie erst einmal verstehen, was mit ihr passiert und welche Bedeutung ihre Visionen haben. Dazu kommt Cedric, bei dem von Anfang an klar ist, dass er wesentlich mehr weiß, als er preisgibt.
Gerade dieses Geheimnis rund um Leahs Heilung, ihre Fähigkeit und Cedric hat mich neugierig gemacht.
Maya Voss hat mich beim Lesen richtig genervt
Eine Figur hat bei mir allerdings besonders starke Gefühle ausgelöst: Maya Voss.
Maya ist für mich eine sehr stark narzisstisch gezeichnete Persönlichkeit. Ihre Art, Leah zu beeinflussen, Dinge zu verdrehen und immer wieder Macht über Situationen zu gewinnen, hat mich teilweise richtig geärgert. Gerade weil mir solche Verhaltensweisen aus persönlichen Erfahrungen nicht völlig fremd sind, konnte ich manche Szenen nur schwer gelassen lesen.
Gleichzeitig muss ich der Geschichte zugestehen, dass Maya genau deshalb funktioniert.
Es wäre natürlich leicht gewesen, beim Lesen zu denken: „Leah, geh doch einfach!“ Aber gerade das ist bei manipulativen Beziehungen häufig nicht so einfach. Betroffene erkennen oft erst nach und nach, wie sehr sie beeinflusst werden, und selbst wenn sie die Mechanismen durchschaut haben, bedeutet das noch lange nicht, dass sie sich sofort davon lösen können.
Deshalb konnte ich nachvollziehen, warum Leah so lange braucht, um wirklich Abstand zu gewinnen. Auch wenn mich Maya als Figur enorm genervt hat, passt ihre Persönlichkeit sehr gut zum Handlungsverlauf und erfüllt dort eine wichtige Funktion.
Manchmal sind eben gerade die Charaktere, über die man sich beim Lesen am meisten ärgert, besonders wirkungsvoll geschrieben.
Cedric sorgt für zusätzliche Fragen
Wesentlich angenehmer fand ich die geheimnisvolle Rolle von Cedric. Bei ihm stellt sich relativ schnell die Frage, wer oder vielleicht sogar was er eigentlich ist.
Warum weiß er so viel über Leah? Was hat er mit ihrer Heilung zu tun? Und warum scheint seine Existenz selbst nicht ganz zu den Regeln zu passen, die Leah bisher kennt?
Ich mochte es, dass diese Fragen nicht sofort beantwortet werden. Dadurch bleibt neben Leahs Visionen ein weiteres Rätsel bestehen, das einen durch die Geschichte zieht.
Gerade die Kombination aus Zukunftsvisionen, verschiedenen möglichen Lebenswegen und dem Geheimnis um Cedric gibt dem Roman für mich seinen besonderen Reiz.
Spannend geschrieben und schnell gelesen
Der Schreibstil hat mir ebenfalls gut gefallen. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und ich wollte immer wieder wissen, welche Auswirkungen Leahs nächste Entscheidung haben wird.
Dabei lebt die Spannung für mich weniger von Action als von den Möglichkeiten, die vor Leah liegen. Sobald klar wird, dass sich ein Ereignis verändern lässt, beginnt man automatisch selbst darüber nachzudenken, was sie diesmal anders machen könnte.
Das erzeugt eine ganz eigene Form von Spannung. Nicht nur die Frage „Was passiert?“ ist wichtig, sondern auch „Was passiert, wenn Leah diesmal anders entscheidet?“
Diese Idee hat mich bis weit in die Geschichte hinein sehr gut bei der Stange gehalten.
Beim Ende ging es mir etwas zu schnell
Mein größter Kritikpunkt betrifft das Ende.
Hier gibt es einen Sprung über mehrere Jahre, der für mich zu abrupt kam. Ich hätte gerne noch etwas mehr davon erlebt, wie sich Leahs Leben nach den vorherigen Ereignissen entwickelt. Gerade weil ich sie über den Roman hinweg begleitet hatte, fehlte mir zwischen zwei Punkten ihrer Geschichte ein Stück Weg.
Ein paar zusätzliche Kapitel hätten diesen Übergang für mich wahrscheinlich deutlich runder gemacht.
Der Zeitsprung ist nicht grundsätzlich schlecht, aber ich hatte das Gefühl, dass die Geschichte plötzlich auf die Zielgerade biegt, obwohl ich gerne noch etwas länger geblieben wäre.
Da VISION – Die Zukunft beginnt jetzt Teil einer Reihe ist, hoffe ich natürlich, dass manche dieser offenen oder nur kurz angeschnittenen Entwicklungen in weiteren Bänden noch mehr Raum bekommen.
Mein Fazit zu „VISION – Die Zukunft beginnt jetzt“
„VISION – Die Zukunft beginnt jetzt“ von Inca Vogt / Eva Thorne verbindet Zukunftsvisionen mit der spannenden Frage, ob ein Mensch sein Schicksal tatsächlich verändern kann. Besonders die Idee, bestimmte Situationen mehrfach erleben und dabei unterschiedliche Entscheidungen ausprobieren zu können, fand ich sehr gelungen.
Leah hat mir als Hauptfigur gefallen, weil sie nach ihrer Krankheit nicht einfach in ihr altes Leben zurückkehrt, sondern praktisch bei null anfangen muss. Gleichzeitig bringen ihre Fähigkeiten und Cedrics geheimnisvolle Rolle genügend Fragen in die Geschichte, um mich neugierig zu halten.
Maya Voss hat mich dagegen regelmäßig aufgeregt. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – funktioniert sie als Figur sehr gut. Ihre manipulative Art passt zum Handlungsstrang und macht verständlich, warum Leahs Weg aus ihrem Einfluss nicht einfach von heute auf morgen funktioniert.
Nur das Ende hätte für mich etwas ausführlicher sein dürfen. Der Sprung über mehrere Jahre kam mir zu plötzlich und ich hätte gerne noch ein Stück mehr von Leahs weiterer Entwicklung gelesen.
Meine Bewertung: 8 von 10 Punkten
Ein spannender Roman über Zukunft, Entscheidungen und zweite Chancen, der mit einer interessanten Grundidee spielt und einige Fragen aufwirft: Wie oft würden wir eine Entscheidung wiederholen, wenn wir wüssten, dass wir das Ergebnis noch verändern können – und woran würden wir erkennen, dass wir endlich die richtige Zukunft gefunden haben?
Dieses Buch habe ich selbst gekauft und aus eigenem Interesse gelesen. Es wurde mir nicht als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.
Interessiert euch das Buch? Dann schaut doch mal auf Amazon vorbei.*
*Siehe Impressum/Datenschutz
Schaue dir auch folgende Rezensionen an:
Buchvorstellung: „Die perfiden Spiele der Narzissten“ von Pablo Hagemeyer
- VISION – Die Zukunft beginnt jetzt von Inca Vogt / Eva Thorne: Wenn die Zukunft veränderbar wird
- Das Krähenzimmer von Carolin Frey – düster, spannend und voller falscher Fährten
- Das Glück hat acht Arme von Shelby Van Pelt – ein Oktopus, der mich berührt hat




Schreibe einen Kommentar