Manche Bücher nimmt man zur Hand, weil man gute Unterhaltung erwartet. Andere bleiben, weil sie etwas mit einem machen. Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand gehört für mich ganz klar zur zweiten Kategorie – und bekommt von mir verdiente 10 von 10 Punkten
Ein Hundertjähriger auf der Flucht – und mitten ins Herz
Allan Karlsson lebt in einem Altersheim und wird hundert Jahre alt. Eigentlich ein Anlass für Reden, Kuchen und Pressefotos. Doch Allan entscheidet sich kurzerhand dagegen – und steigt einfach aus dem Fenster. Was folgt, ist eine absurde, urkomische und gleichzeitig erstaunlich tiefgründige Reise durch Schweden … und durch das 20. Jahrhundert.
Denn Allan ist nicht einfach nur ein alter Mann auf der Flucht. Er ist jemand, der sein Leben stets genommen hat, wie es kam. Ohne große Pläne, ohne Ideologien, aber mit einer beneidenswerten Gelassenheit. Und genau diese Haltung bringt ihn – oft völlig zufällig – immer wieder mitten hinein in die großen historischen Ereignisse der Weltgeschichte.
Weltgeschichte, Zufall und ein Mann, der nichts will – außer seine Ruhe
Dieses Buch ist witzig, ja. Aber es ist auch viel mehr als das. Es erzählt davon, dass das Leben nicht planbar ist – und dass genau darin seine Schönheit liegt. Allan Karlsson ist kein Held im klassischen Sinn. Er ist kein Rebell, kein Visionär, kein Moralapostel. Er ist einfach er selbst. Und vielleicht gerade deshalb so frei.
Besonders mochte ich:
- den ruhigen, unaufgeregten Erzählstil
- die kurzen, pointierten Kapitel
- die Mischung aus Gegenwartshandlung und Rückblicken
- und diese leise, fast beiläufige Lebensweisheit zwischen den Zeilen
Ein Buch, das gute Laune macht – und nachhallt
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand ist eines dieser Bücher, die man mit einem Lächeln zuschlägt. Und mit dem Gedanken: Vielleicht sollte man manche Dinge wirklich nicht so ernst nehmen.
Für mich ist es ein perfektes Buch für alle, die Humor lieben, die sich gern überraschen lassen und die Lust auf eine Geschichte haben, die zeigt, dass es nie zu spät ist, einfach loszugehen.
Fazit:
Warmherzig, absurd, klug und herrlich unkonventionell.
👉 10 von 10 Punkten – und eine klare Leseempfehlung.
Achtung: Lasst den Film lieber links liegen und greift zum Buch. Der Film kann mit dem Roman nicht mithalten und ist längst nicht so witzig
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