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Kann man überhaupt erkennen, ob ein Autor seine Romane oder Texte mit KI schreibt?

Zusammenfassung:

  • Die Unterscheidung zwischen KI-generierten und menschlichen Texten ist schwierig, es gibt kein sicheres Erkennungsmerkmal.
  • Eine hohe Anzahl veröffentlichter Bücher ist kein Beweis für die Nutzung von KI, da Autoren unterschiedlich schnell schreiben.
  • KI kann beim Schreiben helfen, ersetzt jedoch nicht Kreativität, persönliche Erfahrungen und individuelle Perspektiven.
  • Typische Auffälligkeiten bei KI-Texten sind austauschbarer Stil, oberflächliche Figuren und viele Klischees.
  • Schreiben bleibt ein kreativer Prozess, bei dem KI lediglich als unterstützendes Werkzeug dient.

Die Kurzfassung kennst du jetzt – nun geht es ins Detail. Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen!

Künstliche Intelligenz ist derzeit in aller Munde. Während die einen begeistert sind, sehen andere darin eine Gefahr für die Kreativität. Gerade im Bereich Bücher taucht deshalb immer häufiger die Frage auf: Kann man überhaupt erkennen, ob ein Autor seine Romane oder Texte mit KI schreibt?

Die kurze Antwort lautet: Nein – zumindest nicht mit Sicherheit. Es gibt zwar einige Auffälligkeiten, die auf einen hohen KI-Anteil hindeuten können, doch keinen eindeutigen Beweis. Viele Vermutungen beruhen auf Vorurteilen oder Missverständnissen.

Dass die Unterscheidung zwischen menschlich und KI-generierten Texten so schwierig ist, bestätigen auch aktuelle Untersuchungen. OpenAI stellte seinen eigenen KI-Textklassifikator bereits 2023 wieder ein, weil er zu ungenau war und sowohl KI-Texte übersah als auch menschliche Texte fälschlicherweise als KI-generiert einstufte. Auch aktuelle Forschungsprojekte des NIST beschäftigen sich intensiv mit der Frage, wie zuverlässig KI-Texte überhaupt erkannt werden können. Quelle OpenAI

Kann eine hohe Anzahl veröffentlichter Bücher ein Hinweis sein?

Ein Argument, das ich immer wieder höre, lautet: „Der Autor veröffentlicht viel zu viele Bücher. Das kann doch nur mit KI funktionieren.“ Tatsächlich erscheinen heute manche Romane im Abstand weniger Wochen oder Monate. Das wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich und führt schnell zu Vermutungen.

Doch auch das ist kein Beweis. Manche Autorinnen und Autoren schreiben bereits seit Jahren und veröffentlichen nach und nach ihre fertigen Manuskripte. Andere arbeiten hauptberuflich als Schriftsteller, schreiben sehr diszipliniert oder haben mehrere Bücher bereits fertiggestellt, bevor das erste überhaupt erscheint. Natürlich gibt es auch Autoren, die sich von KI unterstützen lassen. Allein die Anzahl der Veröffentlichungen sagt darüber jedoch nichts aus.

Hinzu kommt, dass nicht jeder Autor gleich lange an einem Buch arbeitet. Während manche mehrere Jahre für einen Roman benötigen, schreiben andere jedes Jahr zwei oder drei Bücher – und das ganz ohne KI. Umgekehrt könnte auch jemand nur ein einziges Buch veröffentlichen und dabei den Großteil des Textes von einer KI erstellen lassen. Die Veröffentlichungsrate allein ist deshalb kein verlässliches Kriterium.

Warum ich diesen Artikel schreibe

Auf dieses Thema bin ich nicht zufällig gekommen. Mir wurde vorgeworfen, ich würde meine Romane, Blogartikel, Kommentare und vieles mehr von einer KI schreiben lassen. Der Grund dafür war allerdings nicht mein Schreibstil, sondern dass ich für viele meiner Beitragsbilder und Grafiken künstliche Intelligenz verwende.

Ich kann diesen Gedanken zwar nachvollziehen, denn KI-generierte Bilder sind mittlerweile weit verbreitet. Trotzdem hat mich dieser Vorwurf nachdenklich gemacht. Nur weil jemand KI für Bilder und Recherchezwecke nutzt, bedeutet das noch lange nicht, dass auch die Texte von einer KI stammen.

Deshalb möchte ich an dieser Stelle ganz offen sagen, wie ich arbeite.

Ja, ich nutze KI für die Erstellung vieler Bilder auf meiner Webseite und in den sozialen Medien. Gerade als Selfpublisher bietet sie Möglichkeiten, die früher nur mit hohen Kosten oder großem Zeitaufwand möglich gewesen wären.

Meine Texte hingegen stammen von mir. Ich schreibe sie selbst mit dem Autorenprogramm Papyrus Autor*, das ich seit Jahren verwende. Dieses Programm besitzt eine integrierte Rechtschreib- und Grammatikprüfung sowie zahlreiche Werkzeuge, die dabei helfen, Texte sprachlich zu verbessern. Es ersetzt jedoch nicht den Autor. Die Ideen, Geschichten, Figuren und Formulierungen entstehen in meinem Kopf und werden von mir geschrieben.

Für mich ist das vergleichbar mit einem Lektor oder einer Rechtschreibprüfung. Niemand würde behaupten, ein Buch sei vom Duden geschrieben worden, nur weil Rechtschreibfehler korrigiert wurden.

Es gibt kein eindeutiges Erkennungsmerkmal

Viele glauben, ein von KI geschriebener Roman oder Text würde sofort auffallen. In der Praxis ist das jedoch deutlich schwieriger. Moderne KI-Modelle können heute erstaunlich flüssige Texte verfassen. Gleichzeitig gibt es auch menschliche Autoren, deren Schreibstil sehr sachlich oder schlicht ist.

Deshalb sollte man vorsichtig sein, jemanden vorschnell zu beschuldigen. Es gibt kein einzelnes Merkmal, das eindeutig belegt, dass eine KI den Roman oder einen anderen Text verfasst hat.

Auch wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Erkennung KI-generierter Texte eine große Herausforderung bleibt. Moderne Sprachmodelle werden immer besser darin, menschliche Schreibweisen nachzuahmen. Gleichzeitig entwickeln sich zwar auch Erkennungssysteme weiter, doch eine hundertprozentig zuverlässige Methode existiert bislang nicht. Quelle NIST

Typische Auffälligkeiten

Dennoch gibt es einige Eigenschaften, die häufiger bei Texten auftreten, die nur wenig oder gar nicht von einem Menschen überarbeitet wurden.

Der Stil wirkt austauschbar

Eine Geschichte kann sich zwar angenehm lesen, hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck. Nach einigen Kapiteln fällt auf, dass viele Formulierungen ähnlich klingen und der Text keine eigene Handschrift besitzt.

Gerade erfolgreiche Autoren erkennt man oft an ihrem ganz persönlichen Stil. Bei ihnen merkt man schon nach wenigen Seiten, wer das Buch geschrieben hat.

Die Figuren bleiben oberflächlich

Ein weiteres Merkmal kann sein, dass Figuren zwar Gefühle beschreiben, diese aber nicht wirklich vermitteln. Der Leser erfährt beispielsweise, dass jemand traurig oder glücklich ist, spürt diese Emotionen aber kaum.

Gute Geschichten leben davon, dass man mit den Figuren mitfiebert. Das gelingt nicht durch Erklärungen allein, sondern durch glaubwürdige Dialoge, Gedanken und Handlungen.

Viele bekannte Klischees

KI greift häufig auf Muster zurück, die sie aus unzähligen Texten gelernt hat. Dadurch entstehen Geschichten, die zwar funktionieren, aber selten überraschen.

Der geheimnisvolle Fremde, der geniale Ermittler oder die vorhersehbare Wendung am Ende – all das kann natürlich auch ein Mensch schreiben. Wenn sich jedoch viele bekannte Klischees aneinanderreihen, wirkt die Geschichte schnell austauschbar.

Wiederholungen

Auch Wiederholungen können ein Hinweis sein. Manche Begriffe, Satzanfänge oder Formulierungen tauchen immer wieder auf.

Natürlich passiert das auch menschlichen Autoren. Gerade beim ersten Entwurf schleichen sich Wiederholungen leicht ein. Ein gutes Lektorat oder eine gründliche Überarbeitung beseitigt diese jedoch meist.

Alles wird erklärt

Manche Texte erklären dem Leser nahezu jeden Gedanken und jede Handlung. Dadurch bleibt wenig Raum für eigene Interpretationen.

Spannende Romane zeichnen sich dagegen oft dadurch aus, dass sie Fragen offenlassen oder den Leser selbst Zusammenhänge erkennen lassen.

Aber Vorsicht vor falschen Schlüssen

All diese Punkte sind keine Beweise.

Auch erfahrene Autoren schreiben manchmal einfache Sätze oder verwenden bekannte Erzählmuster. Umgekehrt können Texte, die mit Unterstützung einer KI entstanden sind, hervorragend sein, wenn der Autor sie sorgfältig überarbeitet.

Viele Schriftsteller nutzen KI heute ähnlich wie ein Rechtschreibprogramm oder ein digitales Notizbuch. Sie lassen sich Ideen vorschlagen, verbessern Formulierungen oder finden neue Perspektiven für ihre Handlung.

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass die KI den Roman geschrieben hat.

Kann eine KI menschliche Kreativität ersetzen?

Meiner Meinung nach kann eine KI beim Schreiben durchaus helfen. Sie kann Denkanstöße liefern, alternative Formulierungen vorschlagen oder dabei unterstützen, Schreibblockaden zu überwinden – auch wenn ich persönlich zum Glück noch nie welche hatte.

Was sie jedoch nicht ersetzen kann, sind persönliche Erfahrungen, eigene Emotionen und die individuelle Sicht auf die Welt.

Genau diese Dinge machen gute Geschichten aus.

Ein Roman lebt nicht nur von grammatikalisch korrekten Sätzen, sondern von Figuren, die glaubwürdig wirken, von überraschenden Ideen und von einer unverwechselbaren Stimme des Autors.

Mein Fazit

Ich finde, wir sollten vorsichtig sein, andere vorschnell zu verurteilen. Nur weil jemand moderne Werkzeuge nutzt – sei es für Bilder, die Rechtschreibprüfung oder andere Hilfsmittel –, sagt das noch nichts darüber aus, wie seine Geschichten entstehen.

Ob ein Autor KI verwendet, lässt sich von außen kaum sicher beurteilen. Es gibt zwar einige Auffälligkeiten, doch keine davon beweist etwas.

Am Ende zählt für mich vor allem eines: Ist die Geschichte spannend? Berühren mich die Figuren? Bleibt mir das Buch noch lange im Gedächtnis?

Für mich ist Schreiben ein kreativer Prozess. Meine Romane, Blogartikel und Rezensionen entstehen aus meinen eigenen Ideen und Erfahrungen. KI nutze ich dort, wo sie mir Arbeit erleichtert – beispielsweise bei Bildern oder gelegentlich für Recherchen. Meine Geschichten jedoch erzähle ich selbst.

Und genau das wird – davon bin ich überzeugt – auch in Zukunft den Unterschied zwischen einem beliebigen Text und einem wirklich guten Buch ausmachen.

Mir ist wichtig, dass meine Artikel auf sorgfältiger Recherche basieren. Deshalb findest du dieses Mal auch die passenden Quellenangaben am Ende des Beitrags.

Quellen

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