Zum Inhalt springen

Die Falschanklage: Die Peter Wheller Serie – Teil 2

Buch Die Falschanklage: die Peter Wheller Serie - Teil 2

Kapitel 1

Der Morgen hatte friedlich begonnen.

Die ersten Sonnenstrahlen warfen goldene Muster auf das ruhige Wasser der Nauset Bay, während Peter Wheller mit Lana am Strand entlangspazierte. Eine sanfte Brise trug den salzigen Geruch des Atlantiks heran und streichelte seine Haut. Für einen kurzen Moment schien die Welt vollkommen in Ordnung. Lana, eine lebhafte Mischung aus Golden Retriever und Cocker Spaniel, schnüffelte aufgeregt im Sand. Ihre braune Schnauze war bereits übersät mit Muschelsplittern und Seetang – bis sie plötzlich einen toten Fischkadaver entdeckte und sich mit leuchtenden Augen und wachsender Begeisterung darin wälzte.

Peter stöhnte leise. Der Tag hatte so vielversprechend begonnen – doch jetzt würde der erste Gang nach Hause direkt unter die Dusche führen. Für Lana. Und zwangsläufig auch für ihn.

Er nahm es mit einem Lächeln hin. So wie vieles in den letzten Jahren. Seit jener bahnbrechenden Präsentation in Boston – als er gemeinsam mit Alegra, Joe und Frederik der Welt Enlightenment ONE vorgestellt hatte – war nichts mehr wie zuvor gewesen. Eine Zeitmaschine, in der Lage, vergangene Verbrechen sichtbar zu machen. Eine unsichtbare Kamera, in die Vergangenheit geschickt, die Taten aufzeichnete, die zuvor im Verborgenen geblieben waren. Die Wahrheit war nicht länger Auslegungssache. Sie war greifbar geworden. Unbestreitbar.

Verbrechen wurden aufgedeckt. Täter überführt. Die Kriminalitätsrate sank dramatisch.

Mit Enlightenment TWO war sogar Prävention möglich geworden: Spontane Gewalttaten im Affekt konnten verhindert werden – noch bevor Blut vergossen wurde. Nur ein einziges Prozent blieb übrig – ein kleiner, unvorhersehbarer Rest.

Peter betrat mit Lana die Terrasse seines Hauses. Die Glasschiebetür reflektierte das warme Morgenlicht. Er streckte die Hand aus – und fror augenblicklich ein.

Im Glas spiegelten sich zwei Gestalten hinter ihm. Ein Mann. Eine Frau. Beide ernst. Beide fremd.

Langsam drehte er sich um.

Etwas abseits standen zwei uniformierte Polizisten, deutlich als Mitglieder des Police Department Orleans zu erkennen.

Der Mann im Anzug trat vor. „Sind Sie Dr. Peter Wheller?“

Peter zögerte. „Wer fragt?“

„Detective Samuel Thompson. Sondereinheit für Morde im Affekt.“ Er warf einen kurzen Blick auf seine Notizen. „Also noch mal – sind Sie Dr. Peter Wheller?“

Peter nickte. „Ja, das bin ich.“

In diesem Moment erschien Ashly hinter der Terrassentür – eine dampfende Kaffeetasse in der Hand, das Nachthemd zerknittert, die Haare noch im morgendlichen Chaos. „Was ist los, Peter?“

„Ich weiß es nicht“, antwortete er. „Aber ich werde es gleich erfahren.“

Detective Thompson trat einen Schritt näher.

„Dr. Peter Wheller, Sie sind verhaftet – wegen der Ermordung Ihrer Frau. Die in einem Monat stattfinden wird.“

Stille. Für einen Moment schien die Realität zu stolpern.

Peter lachte trocken. „Wie bitte?“

Auch Ashly konnte sich ein kurzes, ungläubiges Lachen nicht verkneifen. Doch Thompsons Gesicht blieb unverändert. Er nickte seinen Kollegen zu.

Die beiden Polizisten traten vor. Kaltes Metall legte sich um Peters Handgelenke.

„Ruf Sullivan an! Sofort!“, rief er Ashly zu, während er sich widerstandslos umdrehte. Einer der Beamten begann mit der üblichen Formel:

„Sie haben das Recht zu schweigen. Alles, was Sie sagen, kann und wird vor Gericht gegen Sie verwendet werden…“

Peter hörte kaum noch zu. Er sah nur seine Frau an. „Ruf ihn an, Ash. Bitte – sofort!“

„Mach ich, Schatz!“, rief sie und wandte sich wieder an den Detective. „Wohin bringen Sie meinen Mann?“

„Zunächst ins Revier hier in Orleans, Mrs. Wheller. Und ein guter Rat: Überlegen Sie sich gut, ob Sie ihn wirklich unterstützen wollen – schließlich wird er Sie töten.“

Der Satz schnitt wie ein Messer durch die klare Morgenluft.

Ashly schüttelte fassungslos den Kopf, verschwand im Haus und griff nach ihrem Smartphone. Während sie die Nummer von Dr. Sullivan Roberts wählte, schossen ihr Erinnerungen durch den Kopf: gemeinsame Abendessen mit Sullivan und seiner Frau, leidenschaftliche Gespräche über Ethik, Fortschritt und Verantwortung. Noch vor zwei Wochen hatte er gewitzelt, dass Peter mit seiner Erfindung seine juristische Arbeit überflüssig gemacht habe.

Jetzt würde er mehr Arbeit haben, als ihm lieb sein dürfte.

Ein Klicken in der Leitung – dann Sullivans vertraute Stimme.

„Sullivan Roberts.“

Ashly schluckte. „Sullivan – es ist dringend. Sie haben Peter verhaftet. Wegen Mordes. An mir. In einem Monat.“

Kapitel 2

Peter hatte seit über einer Stunde allein im Vernehmungsraum gesessen. Der Raum war karg, die Wände grau, das Licht grell und erbarmungslos. Immer wieder wanderte sein Blick zur verspiegelten Scheibe gegenüber. Beobachteten sie ihn? Wer war auf der anderen Seite?

Gerade wollte er rufen, da öffnete sich endlich die Tür. Im Türrahmen erschien die Silhouette von Sullivan – Aktentasche in der Hand, der Blick ernst. Ohne ein Wort trat er ein, stellte die Tasche ab und ließ sich mit einem leisen Seufzen nieder.

„Tut mir leid, dass du so lange warten musstest“, sagte er schließlich. „Der Verkehr raus von Boston… war die Hölle.“

Peter zuckte mit den Schultern. „Schon gut. Ich dachte schon, das wäre Absicht. Vom Detective. Um mich mürbe zu machen.“

Sullivan nickte knapp. „Das machen sie tatsächlich. Sie beobachten dich durch die Spiegel. Und über Kameras. Sie analysieren dein Verhalten. Ob du nervös wirst. Ob du brichst. Aber heute lag’s an mir.“

Er rückte seinen Stuhl zurecht und beugte sich vor. „Wir haben jetzt fünf Minuten. Keine Kameras. Keine Mikrofone. Also sei ehrlich zu mir, Peter. Nur dann kann ich dir helfen.“

Peter atmete flach. Sein Blick haftete auf dem Tisch. „Sie behaupten, ich werde meine Frau ermorden. In einem Monat.“

Sullivans Augenbrauen schossen nach oben. „Was bitte? Du? Wo ihr zwei doch unzertrennlich seid?“

Peter nickte langsam. „Ashly und ich mussten zuerst auch lachen. Aber dann haben sie mir Handschellen angelegt. Und mich hierher gebracht.“

Ein Moment der Stille dehnte sich zwischen ihnen. Dann veränderte sich Sullivans Blick – wurde fokussierter, schärfer.

„Bevor ich die Detectives reinbitte – gibt es irgendetwas, das ich wissen sollte? Irgendetwas, das du mir jetzt sagen willst, bevor es jemand anders tut?“

Peter schüttelte den Kopf. „Ich habe keine Ahnung, was sie gegen mich in der Hand haben. Ich wüsste nicht mal, womit sie mich belasten wollen.“

Sullivan lehnte sich zurück, sein Blick prüfend. „Dann hör mir jetzt gut zu: Sag die Wahrheit. Keine Ausflüchte, keine Spekulationen. Bleib bei den Fakten. Ich kümmere mich darum, was sie haben – und ob es überhaupt Bestand hat.“

Peter hob den Blick. „Aber… sie können doch gar nichts haben.“

Sullivans Stimme wurde ruhig. Fast schon zu ruhig. „Wenn sie dich verhaftet haben, dann haben sie etwas. Oder sie glauben es zumindest. Aber wie gesagt – darum kümmere ich mich.“

Er stand auf, griff nach der Türklinke.

„Ich hole die beiden jetzt.“

Kapitel 3

Peter und Sullivan saßen einander gegenüber – auf der einen Seite des Vernehmungstisches, auf der anderen Detective Thompson und Detective Turner. Zwischen ihnen blinkte ein kleines Aufnahmegerät rot im Standby-Modus. Thompson beugte sich vor und drückte die Aufnahmetaste.

„Ich weise Sie darauf hin, dass diese Vernehmung per Video“ – er deutete auf die Kamera in der rechten oberen Raumecke – „und Audio aufgezeichnet wird. Haben Sie das verstanden, Dr. Peter Wheller?“

Peter warf Sullivan einen kurzen Blick zu. Der nickte stumm.

„Ja, ich habe es verstanden“, antwortete Peter.

Thompson sprach nun direkt ins Mikrofon:

„Fürs Protokoll: Die Vernehmung von Dr. Peter Wheller beginnt. Es ist der 28. Januar 2027. Uhrzeit: 14:23 Uhr. Anwesend sind Dr. Peter Wheller und sein Rechtsbeistand…?“ – Er blickte zu Sullivan.

Der griff in die Innentasche seines Jacketts, zog eine Visitenkarte hervor und reichte sie über den Tisch.

„Dr. Sullivan Roberts“, las Thompson vor. „Vernehmungsführer sind Detective Samuel Thompson und Detective Susan Turner.“Einen Moment lang herrschte Schweigen, dann stellte Sullivan die erste Frage:

„Was genau werfen Sie meinem Mandanten vor – und auf welcher Beweisgrundlage?“

Thompson öffnete seine Mappe, zog zwei Ausdrucke hervor und schob sie in Richtung Tischmitte.

„Was sagen Sie dazu, Dr. Wheller – wer ist diese Frau?“

Die Bilder waren unscharf und aus der Distanz aufgenommen. Man sah Peter mit einer blonden Frau: einmal vor dem Restaurant Beaulieu, ein anderes Mal vor einer Tür mit der Nummer 119 – vermutlich ein Hotelzimmer oder eine Wohnung. Das Gesicht der Frau war kaum zu erkennen.

Peter runzelte die Stirn. „Keine Ahnung“, murmelte er.

Sullivan beugte sich näher. „Von wann stammen diese Aufnahmen?“

„Laut Protokoll vom 12. Januar. Das erste Foto wurde um 13:32 Uhr gemacht, das zweite um 14:13 Uhr“, erklärte Thompson und sah Peter direkt an.

„Waren Sie an dem Tag in Boston?“

Peter dachte kurz nach. „Der 12.? Moment… das war ein Dienstag, oder?“

„Ja“, bestätigte Thompson.

„Dann ja. Ich hatte meine monatliche Lesung an der Universität – von 10:20 bis 11:10 Uhr. Danach wollte ich den Zug um 11:50 Uhr nehmen, hab ihn aber verpasst. Der nächste fuhr erst um 14:40 Uhr.“

„Was taten Sie in der Zwischenzeit?“

„Ich war in einem Café nahe der Station. Habe gelesen, etwas gegessen. Allein.“

„Zeugen?“

Peter hob leicht die Hände. „Vielleicht der Kellner. Aber ich war zum ersten Mal dort. Ich bezweifle, dass sich jemand an mich erinnert.“

Für alle die ein Kindle von Amazon haben, ihr bekommt die Leseprobe direkt HIER auf Amazon.

Hier erhältlich:

exklusiv bei AMAZON als Ebook, Gebundene Version und als Taschenbuch erhältlich

* Warum das Buch Exklusive auf Amazon? Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens wenn man als Autor bekannt werden möchte, dient dazu sehr das KDP-Programm von Amazon. Das bedeutet das der Roman bei Kindle Unlimited und Prime Reading angeboten wird. Eine Voraussetzung das mein Roman bei dem KDP-Programm mitmachen darf, ist, dass es exklusiv auf Amazon angeboten wird. Zweitens, ein Taschenbuch auf anderen Buchplattformen zu verkaufen, bringt fast keine Tantiemen und hat zu lange Druckzeiten, bis zu drei Wochen. Für alle die kein Kindle haben, gibt es die Möglichkeit, dass Buch als Taschenbuch oder gebundene Ausgabe auf Amazon zu kaufen. Dort beträgt die Lieferzeit auch nur drei oder vier Tage.

Meine anderen Werke:

Wir nutzen Cookies, um unsere Webseite nutzerfreundlicher zu gestalten. Einige Cookies bleiben auf Ihrem Endgerät gespeichert, bis Sie diese löschen. Sie ermöglichen es uns, Ihren Browser beim nächsten Besuch wiederzuerkennen. Wenn Sie dies nicht wünschen, so können Sie Ihren Browser so einrichten, dass er Sie über das Setzen von Cookies informiert und Sie dies nur im Einzelfall erlauben. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen