Manche Geschichten beginnen wie ein Schlag ins Gesicht – und „Bis alle Schuld beglichen ist“ gehört eindeutig dazu. Alexander Hartung wirft seine Leser direkt in ein Chaos aus Schuld, Verrat und Verzweiflung, ohne große Anlaufzeit. Schon nach wenigen Seiten war klar: Das hier wird ein Thriller, den man so schnell nicht mehr weglegt.
🚔 Wenn der Ermittler selbst zum Verdächtigen wird
Für Jan Tommen, Ermittler bei der Berliner Mordkommission, beginnt der Albtraum früh am Morgen: Kollegen stehen vor der Tür, und plötzlich ist er vom Polizisten zum Hauptverdächtigen geworden.
Fingerabdrücke, Zeugenaussagen, ein mögliches Motiv – alles spricht gegen ihn. Und ausgerechnet das Opfer ist Richter Georg Holoch, der ihn Jahre zuvor verurteilte.
Das Problem:
Jan kann sich an nichts erinnern.
Die Situation wirkt ausweglos – und genau deshalb trifft Tommen eine Entscheidung, die alles verändert: Er flieht aus der Untersuchungshaft und taucht unter. Ein Schritt, der ihn endgültig aus dem System katapultiert.
🕵️♂️ Ermittlungen am Abgrund – ein Team, das man nicht vergisst
Statt auf amtliche Unterstützung kann Jan nur auf sein ungewöhnliches, fast anarchisches Unterstützerteam zählen.
Diese Figuren sind kantig, humorvoll, überraschend – und geben dem Thriller eine eigene, besondere Dynamik.
Gemeinsam versucht die Truppe herauszufinden, wer Tommen die Tat anhängen will und warum der Mörder nicht vorhat, bei einem Opfer zu bleiben.
Hartung schafft es hier hervorragend, die Grenzen zwischen Opfer, Täter und Ermittler verschwimmen zu lassen. Jeder Schritt nach vorne bringt neue Rätsel, jeder Hinweis öffnet gleich mehrere Türen zu neuen Abgründen.
🎯 Warum der Thriller so gut funktioniert
- Rasantes Tempo: Kein Kapitel fühlt sich wie Füllmaterial an – jedes treibt die Handlung an.
- Emotionale Nähe zu Jan Tommen: Man spürt seine Verzweiflung, seine Wut und den Druck, unter dem er steht.
- Starker Berlin-Flair: Die Stadt wird nicht nur Kulisse, sondern fühlbarer Bestandteil der Geschichte.
- Clever konstruierter Plot: Viele Wendungen, aber nie überladen – man möchte ständig weiterblättern.
Hartung beweist, dass er Spannung mit Charaktertiefe vereinen kann. Das macht den Roman nicht nur unterhaltsam, sondern auch emotional packend.
⭐ Mein Fazit – 8 von 10 Punkten
„Bis alle Schuld beglichen ist“ ist ein temporeicher, atmosphärischer Thriller, der sofort fesselt und bis zur letzten Seite Spannung hält.
Die Mischung aus persönlichem Drama, unorthodoxen Verbündeten und einem Mörder, der noch lange nicht am Ende ist, sorgt für eine dichte, mitreißende Leseerfahrung.
Für Fans von actionreichen, urbanen Krimis mit cleverer Wendung ist dieses Buch eine klare Empfehlung.
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